MaSofia schrieb:Ein Leser findet da Gesetze wie:Das Gesetz
Bitte keinen Kauz und Uhu essen, aber dafür Heuschrecken, und was Floßfedern und Schuppen hat das wäre essbar.
Der König soll es studieren und befolgen (Dtn 17, 18ff.), die Leviten sollen es aufbewahren und verlesen (Dtn 31, 11.26), das Volk soll alles, was geboten ist, beachten und einhalten (Dtn 30, 10). Nichts darf hinzugefügt, nichts weggenommen werden (Dtn 4, 2).
Nachdem Israel König und Tempel abhandengekommen war, verblieb - gewissermaßen als "Summe der Tradition" – das Gesetz im und nach dem Exil als identitätserhaltende Kraft.
Das Königtum konnte nicht wieder hergestellt werden, der Tempel die Bedeutung, die er ehemals hatte, nicht wiedererlangen. Der (neue) Tempel war nunmehr der Ort, an dem gesetzmäßige Opfer und Kulthandlungen vorgenommen wurden. Mit dem Gesetz konnte er nicht in Konkurrenz treten.
Welches Gesetzbuch es gewesen war, aus dem Esra einst dem Volk vorgelesen hatte, ist nicht bekannt. Nach dem Exil jedenfalls waren Gesetz (Tora) und Pentateuch identische Begriffe.
Wenn wir über Sinn und Unsinn von Vorschriften, die religiös bedingt sind, diskutieren, sollten wir das kulturgeschichtliche Umfeld, in dem Religionen entstanden sind, nicht vernachlässigen.
MfG B.

