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Eine Meinung
#32
WiTaimre schrieb:ja, falsch: jedenfalls fuer das Judentum geht der Bund nicht um das "Gerettet"-werden, denk ich, denn man nimmt ja an, dass das eine Gerechtigkeitsfrage ist, wer es verdient, und diese Art Gerechtigkeit ist schon vor dem Sinai-Bund etwas gewesen, was Menschen erkennen, wenn sie es tun - zum Beispiel ist Willkuer falsch, wenn Abwaegen nach dem Prinzip laengstmoeglicher Eintracht vieler machbar gerechter ist –„.


Die zentrale Frage ist doch, wer definiert denn diese Gerechtigkeit? Gerechtigkeit folgt doch einer bestimmten Spezifikation von Anforderungen an ein soziales Zusammenleben. Welches Handeln ist richtig, welches ist falsch. Wann bin ich gerecht, wann ungerecht? Und ist diese Spezifikation denn konstant? Ist sie nicht stark von der Änderbarkeit der Anforderungen, also von zeitlichen, kulturellen, gesellschaftlichen oder auch umwelttechnischen Aspekten abhängig.

Ich betrachte Gerechtigkeit als Resultat von der Einhaltung ethischer Grundsätzen.

Wenn Gott diese Grundsätze definiert bescheinigt dieses doch deren „Unveränderbarkeit“. Wenn sich trotzdem die Anforderungen ändern also Wiedersprüche entstehen, ist es doch vollkommend legitim nach der Wahrhaftigkeit dieser Grundsätze zu fragen.

Die Bibel ist voll von diesen Wiedersprüchen, bzw. Änderung der Anforderungen.

- Es war Gerecht, das die Ägypter im Meer ertranken.
- Es war Gerecht, das Hiobs Leben zerstört worden ist nur um sein Glauben zu prüfen.
- Aber es ist auch Gerecht, das man seinen nächsten lieben soll wie sich selber.
- Und es ist Gerecht, das man nicht töten darf.

Es existiert in der Bibel sehr wohl eine Veränderung von Grundsätzen. Eine Anpassung an aktuellen Anforderungen. Ist Gott nun ein moderner Zeitgeist, lernt er aus Fehlern? Sicherlich nicht, denn dann würde man ihm menschliche Eigenschaften andichten.

Nein, es ist wie Ekkard so schön sagt:

„Das Bekenntnis zu Gott ist eine implizite Abmachung unter Gläubigen.“

Die explizite Abmachung der Gerechtigkeit, die Bestimmung desjenigen, der es verdient ist eine implizite Abmachung unter Gläubigen. Also eine Abmachung zwischen Menschen, die eine Existenz ihres Gottes nie in Frage stellen. Und wenn sie diese Existenz nie in Frage stellen, können sie auch behaupten, nein Wissen, das die Gesetze und Gebote von Gott kommen.

Das dieses nicht so sein kann ist in diesem Zusammenhang völlig Unwichtig, weil Kritische Aspekt nicht Teil des Glaubens sind. Das meine ich mit absoluter Narrenfreiheit.

Ich will die Grundsätze der einzelnen Religion auch nicht in den Dreck ziehen. Im Gegenteil sind sie doch die Grundanker der menschlichen Wertevorstellungen geworden. Ich lebe doch auch nach diesen Geboten. Zwar nicht offensichtlich als Zeichen meiner Konfession, sondern eher unbewusst durch die soziale und gesetzliche Einbindung dieser Gebote.

Auch die Dienste der einzelnen Konfessionen sind heutzutage sehr wichtig (kirchliche Institutionen, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen usw.). Das stelle ich auch nicht in Frage.

Sicherlich ist die katholische Kirche nicht mehr dieser Machtapparat wie zu Zeiten Galilei. Und es existiert auch keine Inquisition mehr. Und lehrt die christliche Lehre nicht auch Vergebung? Ich stelle die Kirche nicht wegen ihrer vergangenen Taten an den Pranger. Und den christlichen Glauben auch nicht.

Mein Ansatz war und ist, das die Religionen Produkt menschlicher Visionen sind, die verschiedene ganz irdische Auslöser hatten, wie z.B. Ängste. Ängste vor Verfolgung, Existenzängste, Angst davor alleine zu sein, usw.

Oder um die Frage nach dem Sinn zu klären!

Gott verstehe ich in verschiedenen Überlieferungen nur als starken Verbündetet. Wie zB. In der griechischen Sagen. Jedes Volk hatte einen bestimmten Gott an ihrer Seite. Ihm wurden Tempel gebaut und Opfer gegeben. Mit dem Hintergedanken das er dem expliziten Volk reiche Ernten beschert oder im Krieg die Feinde vernichtet. Dem Volk also Macht verleiht und Ängste zu unterdrücken. Seine Existenz, oder die Abmachung der Gläubigen diente diesem einen Zweck.
Und brauchte, wie ihr auch richtig sagt, keinen Beweis.

Aber für einen Außenstehenden, der nicht diese expliziten Abmachungen getroffen hat, stellt sich immer die Frage deren Berechtigung und Wahrhaftigkeit.

Und da setzen meine Gedankengänge an.

So interessant ich auch unsere Diskussion finde, bei der ich auch einiges gelernt habe, führt sie mich doch in eine Sackgasse. Diese Sackgasse verkörpert sich für mich auf meine Unfähigkeit mich auf der Abmachungsebene zu bewegen ohne verschiedene Aspekte kritisch zu betrachten. Das heißt, ich kann an nichts glauben, was für mich nicht logisch ist.

Ich respektiere jedoch jeden Glauben. Und würde sicherlich nicht mehr ein solches Posting anfertigen, wie ich es zu Beginn dieses Threads gemacht habe. Zumindest in diesem Punkt habt ihr mich überzeugt!

An Ekkard:

Ekkard schrieb:Im übrigen: Es gibt keine Naturgesetze! Was menschlicher Geist und Experimentierfreude hier feststellen, sind Regeln, die bis zur besseren Erkenntnis anzuwenden sind. Zufällige Ereignisse können durchaus außerhalb dieser Regeln ablaufen oder zu anderen Regeln gehören, die wir (noch) nicht kennen.

Du machst es dir zu einfach. Sicherlich könnte ich sagen, das das Gravitationgesetz nun eine konstante Regel ist. Es könnte natürlich sein, das es in einigen Jahren der Menschheit möglich ist ein Gravitationsfeld komplett abzuschirmen. Das kann ich nicht beurteilen.

Der Punkt ist, das diese Gesetze für den Moment richtig sind. Fundiert bewiesen.

Befasse dich mal mit den Newtonsches Axiomen.
1. Newtonsches Axiom (Trägheitsprinzip) Ein Körper auf den keine äußeren Kräfte wirken, bleibt im Zustand der Ruhe oder der geradlinig-gleichförmigen Bewegung.

Oder mit mathematischen Gesetzen, zB. den Strahlensätzen.

Mit deiner Aussage verwechselst du nun die Ebenen!!



Liebe Grüße!!
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Eine Meinung - von Gast - 20-07-2004, 01:58
RE: Eine Meinung - von Ahriman - 02-09-2007, 09:48
[Kein Betreff] - von qilin - 20-07-2004, 15:39
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Antwort - von Gast - 21-07-2004, 01:28
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Re: Eine Meinung - von Selene - 25-07-2004, 20:40
[Kein Betreff] - von waldnymphe - 25-07-2004, 23:33
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an @einervonvielen - von Gast - 29-07-2004, 01:24
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siehst Du? - von Gast - 30-07-2004, 07:19
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Abmachung ist doch nicht Ausflucht - von Gast - 01-08-2004, 01:19
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