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Bilderverbot
#6
Hallo Ekkard :.)

Das sagte Hillel unter Bezug auf das, wovon ivh vorher sprach: Ob das Paradies zur Belohnung erwartet wird oder ob man das Gute um seiner selbst, weil es gut ist, tut.

Aber ich denke, das hast Du auch gesehn und willst mich nur necken *g*

In unserer selben Bibel, welche Hillel weitergab, steht ja auch, dass man sogar dem Ochsen goennen soll, sich seine Belohnung aus dem, womit er arbeitet, zu futtern, und die Erfrischungstage der Lebensseele gelten Haustier, Fremdem, Gast und Diener ganz genauso wie den Juden selbst. Und dass man seinen Tageloehner noch am selben Tag auszahlen soll, auch wird der Eigenbehoerige nach 6 Jahren (maximal) Abarbeiten seiner Schulden, anschliessend nicht mit leeren Haenden frei sein, sondern soll materielle Start-Moeglichkeiten genug mitbekommen - und mehr so Sachen.

Die caritativen Dienste - auf Hebraeisch Gmilluth Hhassdim (etwa "Karawanen-Grossmut") sind ja im Christentum aus dem Juedischen Gewohnheitsgut her auch guter Brauch geworden.

Es gibt da eine niedliche "Legenda aurea" (13.Jhd.) ueber Lazarus und seine Schwestern Martha und Maria Madgalena: sie mussten, nachdem sie nun Christen-Juden waren, aus der Heimat weg, sie gelangten etwa nach Marseilles uebers Meer. Dort kampierten sie am Strand - niemand nahm sie auf. Da erschien Martha Nacht fuer Nacht dem damaligen dortigen Koenig im Traum und hielt ihm geharnischte Reden: ob das hier etwa Brauch sein, Landes-Ankoemmlinge weder zu begruessen noch zu versorgen mit dem Noetigsten ... in diesem Stil die juedischen Normen einfordernd ging sie ihm so auf die Nerven, dass er sie aufsiuchte und zum Start in seinen Landen versorgte. Die eine Schwester uebernahm dann die soziale Fuersorge fuer die Gallier aufzubauen, die andere wurde Hoehlen-Eremitin und Lazarus Bischof der noch zu gewinnenden Christen.

Auch in der islamischen Zakat (Almosen) gibt es sehr differenzierte Entwicklungen, leider auch den Missbrauch durch (wenige) moderne Einkalkulierungen des Fables der Westler fuer die umfassende Armen-Versorgung -

- Auch der moderne Sozialstaat trat damit an, den Kirchen gegenueber beweisen zu wollen, dass man sich auch "von Natur aus aus Humanitaet" um eine wuerdige Versorgung aller kuemmern koenne - das heidnische Element tritt aber da immer dazwischen, wenn das Wort "Wir muessen sparen" erschallt. Ein sehr grauenhaft "wirtschaftlich sparendes Regime" wurden wir grad erst vor fast 60 Jahren los...

Ekkard, ich weiss nicht, ob Du Christ bist - aber die Sorge fuer Mitmenschen erschoepft sich nicht in der Dimension der Parallelitaet, auch ein Mensch und auch aus Natur zu sein.
Fuer Juden, Christen und vermutlich auch Muslime gehoert der Lehre nach unbedingt auch die gestaffelte Dimension der Hoehe hinzu: G"TT Selbst ist der Anwalt der Mundlosen. Auch IHN anzubeten und zu verehren gehoert zur "Routine" der Hilfe fuer Andere und der Erhaltung der Natur hier.

Dass der Mensch schon vor der Zeugung entsteht, kann man bestimmten Formulierungen der Thorah entnehmen und dem, dass biblisch immer durchlaufend das Leben hier mit Wein und Brot verglichen wird: das fertig fermentierte Brot ist Produkt des Bodens - unser biologisches Hiersein ist dabei die Pflanze "dazwischen", und der fertig vergorene gereifte Wein ist Produkt des Weinstocks - das Lebewesen und seine Zeit hier ist nur die Rebe "dazwischen". Da besagt, dass wir hier das Wichtigste, was es ueber uns zu befinden geben wird, nicht wirklich beobachten koennen.

Man kann in guten Tagen ja ganz einfach mal zum Aermeren auch gut sein, und die Natur liebhaben und sehr schonen - es wird zum Pruefstein der Anbindung "weiter oben", wenn die schlimmen Tage sind, wenn die Familie nichtmal taeglich Brot hat, aber vor der Tuere Menschen betteln, die schon fast tot vor Hunger sind - wie entscheidet man dann ueber das Caritative?

Gaebe man, wenn man unter solchen Umstaenden mal zufaellig Brot ergatterte, davon an jene was ab? Was wird passieren? Morgen betteln doppelt so viele und doch sterben sie alle noch in dieser Woche dahin. Aber man wird vielleicht vorher schon selber tot sein. Wird man dann die letzte ihrer Art an Rosen verschonen, waeren die essbar zu machen?

Weisst Du, wer auch dann noch freundlich bliebe und etwas nach Moeglichkeit gaebe, das ist der, der unter der Nase der Wachen noch sein Religions-Fest "fuer die Kinder" gestaltet, sich Krumen aufhebt, um daraus Fest-Kekse zu basteln und zu diesem Fest auch noch ein Fremdes einlaedt - einfach weil es G"TT so von uns mag und man es geschafft hat, sich irgendwann wenigstens ein bisschen in IHN zu verlieben, der einem in solchen Zeiten ein paar extra-Sonnentage oder eine Ladung noch guter Kartoffelschalen verschaffte.

Man weiss das nicht vorher, wie man es dann machen wird. Aber ein Spruch sagt: "Erst haeltst Du den Sabbath, dann haelt Dich der Sabbath" -da ist was dran. Als meine Familie in solch einer Lage war, da stellten sie fest: wer sich dann ratlos gehen liess, kam schnell um.

Wir erwarten ja gar nicht, dass ER die ganze Katastrophe irgendwie magisch behebt. Wir wissen, dass vieles Elend von Menschen geschaffen ist - und auch von uns, klar, und nur "zu Fuss" wieder behoben werden kann.
Da ist G"TT Selber mit uns ins Lager gesperrt und genauso "dran" - aus freiem Willen allerdings, weil ER Sich an uns Menschen band. Und erst das Dank-Gebet macht uns das Essen und die Nutzung der Naturgaben zu unserem Leben frei.

Ich lernte, dass man "seinen Karren an einen Stern binden" muss, um in schweren Krisenzeiten noch menschenfreundlich zu bleiben. Die Nachrichten vergessen meist, zu erwaehnen, wie viel in dieser Hinsicht auch weiterhin Gutes getan wird, selbst am Feind und seinen Leuten. Denn man weiss, dass alle Fehden zeitlich begrenzt sind. Nachher und bis dahin muss auch das Leben weitergehen. Nicht der andere Mensch ist ein Feind. Legt er die Feindlichkeit ab, ist's ja ok.

Als 1991 der Irakkrieg hier durch die Medien stroemte, hab ich viel darueber nachgedacht, um was man beten sollte. Auf allen Fronten sassen Freunde von mir, irgendwo.
Ich ueberlegte, bis mir der Kopf "qualmte", was die gerechtere Bitte waere, denn mir kommt es sehr darauf an, nicht zu plappern, sondern mit zu verantworten, um was ich G"TT mal bitte. Meistens ueberlass ich es IHM ja, was kommt. Mein Herz wanderte sozusagen die Fronten ab und ueberlegte, denn meinen Teil an Friedenstiften hatte ich vorher ja auch getan. Das ist eine Arbeit wie Staubwischen: immer wieder noetig. Und kein "Erfolg" haelt lange an. Es sind ja zu viele Menschen beteiligt.
Schliesslich dachte ich darueber nach, dass so viele Menschen damals "Friedensgebete" demonstrierten - offiziell verlangten sie doch von unserm G"TT, ER solle da mal den Krieg abschaffen - wenigstens aus dem Fernsehn hier... mir war klar, dass zur gleichen Zeit etwa 30 Kriege liefen, aber die kamen nicht in die Nachrichten rein - und zum Beispiel der Sued-Sudan, das nimmt gar kein Ende - inzwischen zaehlen sie den Krieg erneut auf "schon 25 Jahre" - das war er aber schon vor 30 Jahren -

Nun liefen da also die Deutschen plus Gaeste, die immerhin mehrheitlich uns "Kirchgaenger" aller Fakultaeten verspotten, und hielten einen Krieg im Fernseher einfach nicht 40 Tage lang aus. Also eines Nacht kam ich endlich zu der Formulierung, um etwas zu bitten: HERR, tu es um Deiner Ehre willen, das Schluss mit diesem Krieg ist - einfach, weil sie ja offiziell darum beten. - Es klingt sonderbar: ich hatte dabei das Nachtfernsehn an, diese stumme Nachrichtentafel - und in dem Moment kam die Meldung, die das Ende jenes Kriegs aussagte. - Nicht dass ich nun wusste, was ich zu IHM dazu sagen sollte, ich kam mir vor wie ein Erpresser seines besten Freundes.
Ich - schaemte mich nur. Niemand verlangte nachher etwa Dank-G"TTES-Dienste, soweit ich es sah - ich schenkte G"TT Dank-Blumen, allein.

Also ich bitte Dich, nicht zu oft auf die Leiden im Hl.Land anzuspielen - ich mache sie nicht und diese Dinge sind sehr kompliziert - das wollte ich damit sagen. - Sie haben wenig mit der juedischen Religion zu tun und es kommt auch nicht aus der islamischen oder christlichen. Es kommt aus der Natur. Des Menschen.
mfG WiT
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