27-08-2010, 21:39
(27-08-2010, 20:12)Bion schrieb: Ma`at ist ein vieldeutiger Begriff in der ägyptischen Religions- und Geistesgeschichte. Vorerst einmal ist Ma`at (Mu`at) eine Göttin des ägyptischen Pantheons, und zwar die Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit.
Sehr früh schon wurde der (die?) Ma`at zu einem abstrakten Begriff, der menschliches Handeln mit kosmischer Ordnung verknüpfte, um Recht, Moral, Staat, Kult und religiöses Denken auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen.
Die ägyptische Ma`at-Lehre umfasst den Ort des einzelnen Menschen in der Gesellschaft, den Ort der Gesellschaft im pharaonischen Staat und jenen des Staates im Kosmos.
Ma`at könnte man als Oberbegriff aller Bindungen und Verpflichtungen gegenüber Mitmenschen, dem Staat und gegenüber allem, was heilig ist, verstehen.
Ma`at ist das Streben nach geordneten Verhältnissen. Neben vielen diesseitsbezogenen Aspekten solchen Strebens, gehört natürlich auch eine "harmonische Beziehung zu den Göttern" dazu.
klingt für mich blutigen laien fast konfuzianisch. mag man da parallelen sehen?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

