09-01-2010, 17:42
(09-01-2010, 17:15)Ekkard schrieb: Wir sollten uns darüber verständigen, was unter historischen Prämissen, nach langer Zeit also, überhaupt als 'Beweis' gelten kann.
Zunächst sollte die eigene Weltanschauung nicht darüber entscheiden, was anerkannt wird.
Dann sollte man nicht verlangen, dass nur zeitlich und räumlich fixierte Angaben gelten sollen. Alles Historische bleibt bestenfalls epochal.
Die Bibel ist eine Quelle
für den kerygmatischen jesus, nicht aber für den historischen. oder willst du ernsthaft behaupten, damals sei einer übers wasser gelaufen, bloß weil hundert jahre später jemand das so geschrieben hat?
Zitat:Wenn überhaupt weitere Erwähnungen stattfinden, dann ist das bereits ein sehr starkes Indiz
aber wofür?
wenn ein jesus erwähnt wird, ist das ein indiz dafür, daß ein jesus existiert hat. aber für nichts weiter
Zitat:denn die Geschichtsschreibung der Römer interessierte sich zur Zeit Jesu um politische Dinge wie Aufstände, Eroberungen, Verwaltung, Seefahrt
dann sollte sich doch in den verwaltungsakten oder der entsprechenden geschichtsschreibung z.b. der prozeß gegen jesus samt spektakulärer kreuzigung finden lassen, meinst du nicht?
Zitat:Wo liegt die Beweislast?
immer bei dem, der etwas behauptet. wo sonst?
ich sage, daß mir keine beweise für den historischen jesus bekannt sind, und ich daher auch nicht davon ausgehe, daß tatsächlich einer auch nur annähernd das getan bzw. jenes leben geführt hat, wovon die evangelien berichten. wer meint, dem entgegentreten zu müssen, beweise es
Zitat:Wenn eine Bewegung "Weltgeltung" erlangen konnte, wie konnte es dazu kommen? Wer war der Urheber? Warum sollte ein Paulus quer durch den Mittelmeerraum reisen und Gemeinde auf Gemeinde gründen - ohne eine charismatische Figur, auf die er sich beruft?
weil er ohne diese "charismatische Figur" nicht so viel aufsehen erregt hätte. nur sagt das nichts darüber aus, ob diese figur auch tatsächlich so existiert hat. hätte denn z.b. die artussage so hohe beliebtheit, wenn man ihr nicht einen erdichteten idealkönig zugrunde gelegt hätte?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

