11-12-2003, 16:21
Liebe Waldnymphe,
wenn Du nicht bereit bist Dein Seelenheul [eigentlich ein Tippfehler, aber er passte so schön] mit letzter Kraft, ächzenden Knien und knirschenden Zähnen zu erreichen, bist Du's sowieso nicht wert :wink:
Im Ernst - es war nicht immer und überall so. Die frühen Religionen waren Sinnenfreuden durchaus nicht abgeneigt, erst spät (nach dem Urchristentum) hat sich das geändert. Womit das genau zusammenhängt, darüber möchte ich lieber nicht spekulieren, hat aber wohl auch mit der Emanzipation zu tun, dem langsamen Begreifen, daß auch Frauen und Kinder selbstverantwortliche Menschen sind. Eheliche Treue war aber immer schon ein (auch) religiöser Wert, und die Unberührtheit einer Braut ein zumindest wirtschaftlicher. Im Alten Testament steht irgendwo, daß man für die 'Schändung' einer Jungfrau ihrem Vater Schadenersatz zahlen muß, weil der ja nicht mehr den vollen Brautpreis verlangen kann...
Eine Ausnahme ist da der Buddhismus, bei dem das Anhaften selbst schon ein Hindernis für die Arhatschaft war. Ein Mönch, der nach seinem Eintritt in die Sangha noch einmal mit seiner (Ex-)Frau schlief, weil diese ein Kind von ihm wollte, wurde aus dem Orden ausgestoßen. Zu dieser Meinung - daß die Liebe zu einem Menschen die Liebe zum Transzendenten notwendig schmälern müsste - sind später auch andere Religionen gekommen, haben sich aber gegen den 'bösen Trieb' meist nicht sonderlich erfolgreich durchgesetzt - nur das Gewissen der 'Sünder' beschwert. Daß der Zölibat dem offenen Umgang mit sexuellen Fragen sonderlich zuträglich gewesen wäre, kann man sicher auch nicht behaupten...
() qilin
wenn Du nicht bereit bist Dein Seelenheul [eigentlich ein Tippfehler, aber er passte so schön] mit letzter Kraft, ächzenden Knien und knirschenden Zähnen zu erreichen, bist Du's sowieso nicht wert :wink:
Im Ernst - es war nicht immer und überall so. Die frühen Religionen waren Sinnenfreuden durchaus nicht abgeneigt, erst spät (nach dem Urchristentum) hat sich das geändert. Womit das genau zusammenhängt, darüber möchte ich lieber nicht spekulieren, hat aber wohl auch mit der Emanzipation zu tun, dem langsamen Begreifen, daß auch Frauen und Kinder selbstverantwortliche Menschen sind. Eheliche Treue war aber immer schon ein (auch) religiöser Wert, und die Unberührtheit einer Braut ein zumindest wirtschaftlicher. Im Alten Testament steht irgendwo, daß man für die 'Schändung' einer Jungfrau ihrem Vater Schadenersatz zahlen muß, weil der ja nicht mehr den vollen Brautpreis verlangen kann...
Eine Ausnahme ist da der Buddhismus, bei dem das Anhaften selbst schon ein Hindernis für die Arhatschaft war. Ein Mönch, der nach seinem Eintritt in die Sangha noch einmal mit seiner (Ex-)Frau schlief, weil diese ein Kind von ihm wollte, wurde aus dem Orden ausgestoßen. Zu dieser Meinung - daß die Liebe zu einem Menschen die Liebe zum Transzendenten notwendig schmälern müsste - sind später auch andere Religionen gekommen, haben sich aber gegen den 'bösen Trieb' meist nicht sonderlich erfolgreich durchgesetzt - nur das Gewissen der 'Sünder' beschwert. Daß der Zölibat dem offenen Umgang mit sexuellen Fragen sonderlich zuträglich gewesen wäre, kann man sicher auch nicht behaupten...
() qilin
