21-05-2009, 21:53
Also noch eine "böse Bibelstelle":
Fimatex, willst du solchen Unsinn ernsthaft von einem heutigen Christen hören?
Selbstverständlich kenne ich derartige Bibelstellen. Selbstverständlich sind sie auch unter Theologen bekannt. Und genau so selbstverständlich passen sie niemals 1:1 auf die heutigen Vorstellungen, die sich weitgehend an der Bergpredigt und den Freiheiten des aufgeklärten Humanismus orientieren.
Aber: Dass man eine "Sache" (ein Sklave war damals nichts anderes) bitteschön kaufen soll, wenn man sie denn unbedingt haben will, ist uns doch nicht fremd! Auch kann man daraus ablesen, dass der Sklavenstand den Glaubensgeschwistern nicht anstand! Auf die Länge der historischen Entwicklung besonders im Hinblick auf die Gotteskindschaft aller Menschen (Gleichheit + Brüderlichkeit), beinhaltet der aufgezeigte Vorbehalt in Vers 46b den notwendigen Sprengstoff, um Sklavenhaltung als "unmenschlich" zu bemerken.
Es wäre höchst bedenklich, wenn solche Regeln 1:1 angewendet werden müssten ohne jede Entwicklungsmöglichkeit. Und die Interpretation ist die einzig vernünftige Möglichkeit mit "bösen Stellen" umzugehen.
Es zeigt sich einmal mehr, dass das wörtliche Bibelverständnis nur eine äußerst beschränkte Art der Interpretation ist.
(21-05-2009, 12:18)fimatex schrieb: Levitikus 25:44 - 46Hätte ich gerne eine Sklavin, dann werde ich sie mir also kaufen müssen. Aber bitte nicht von den Israeliten, was ich mal auf die Christen übertrage - bleibt also (mit mächtiger political incorrectness) meine Negerin. Diese dürfte ich sogar meinen Söhnen vererben, wenn die Sklavin mich überleben sollte.
44 Willst du aber Sklaven und Sklavinnen haben, so sollst du sie kaufen von den Völkern, die um euch her sind,
45 und auch von den Beisassen, die als Fremdlinge unter euch wohnen, und von ihren Nachkommen, die sie bei euch in eurem Lande zeugen. Die mögt ihr zu Eigen haben
46 und sollt sie vererben euren Kindern zum Eigentum für immer; die sollt ihr Sklaven sein lassen.
46b Aber von euren Brüdern, den Israeliten, soll keiner über den andern herrschen mit Härte.
Fimatex, willst du solchen Unsinn ernsthaft von einem heutigen Christen hören?
Selbstverständlich kenne ich derartige Bibelstellen. Selbstverständlich sind sie auch unter Theologen bekannt. Und genau so selbstverständlich passen sie niemals 1:1 auf die heutigen Vorstellungen, die sich weitgehend an der Bergpredigt und den Freiheiten des aufgeklärten Humanismus orientieren.
Aber: Dass man eine "Sache" (ein Sklave war damals nichts anderes) bitteschön kaufen soll, wenn man sie denn unbedingt haben will, ist uns doch nicht fremd! Auch kann man daraus ablesen, dass der Sklavenstand den Glaubensgeschwistern nicht anstand! Auf die Länge der historischen Entwicklung besonders im Hinblick auf die Gotteskindschaft aller Menschen (Gleichheit + Brüderlichkeit), beinhaltet der aufgezeigte Vorbehalt in Vers 46b den notwendigen Sprengstoff, um Sklavenhaltung als "unmenschlich" zu bemerken.
Es wäre höchst bedenklich, wenn solche Regeln 1:1 angewendet werden müssten ohne jede Entwicklungsmöglichkeit. Und die Interpretation ist die einzig vernünftige Möglichkeit mit "bösen Stellen" umzugehen.
Es zeigt sich einmal mehr, dass das wörtliche Bibelverständnis nur eine äußerst beschränkte Art der Interpretation ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

