(24-03-2009, 15:05)Presbyter schrieb: ...die Handlung des Papstes der Versuch ein Schisma dauerhaft zu verhindern und dafür erste Weichen zu setzen.
Hallo Presbyter,
die erste Weiche, denke ich, wurde schon früher gestellt!
Für Priester, die die Tridentinische Messe in lateinischer Sprache nach der Messordnung von 1962 feiern wollten, ist in der kath. Kirche seit 1988 mit der Priesterbruderschaft St. Petrus eine Nische geschafften.
Einen Tag nach den Priesterweihen durch Lefébvre traf sich Pater Engelbert Recktenwald, seit 1979 Mitglied der Piusbruderschaft mit zwei weiteren Priestern (und neun Seminaristen) der Gemeinschaft, um zu beraten, wie "das Werk der Piusbruderschaft innerhalb der Kirche fortgesetzt werden könnte". Grundlage hiefür sollte der am 5.5.1988 ausgehandelte Kompromiss zwischen Lefébvre und dem Vatikan sein.
Schon zwei Tage nach diesem Treffen empfing der Wiener Erzbischof, Kardinal Hans Hermann Groër, jene Priester und Seminaristen, die sich von Lefébvre lösen wollten, um ihnen bei der Wiedereingliederung in die kath. Kirche behilflich zu sein. Groër stellte den Kontakt zu Ratzinger her, der damals Präfekt der Glaubenskongregation war. Einen Tag nach der Audienz bei Groër fuhr Recktenwald in Begleitung einiger seiner Mitbrüder nach Rom. Dort traf er die Kardinäle Ratzinger und Augustin Mayer.
Recktenwald bat um die Einrichtung einer traditionalistischen Priesterbruderschaft. Als Ergebnis dieser Bitte tagte bereits am 18. und 19. Juni 1988 das erste Generalkapitel der neu eingerichteten Priesterbruderschaft St. Petrus in Hauterive (Schweiz). Der erste Generalobere der Bruderschaft wurde Josef Bisig, ehemals Leiter des Priesterseminars der "Lefébvre-Gemeinschaft" in Zaitzkofen. Zu diesem Zeitpunkt gehörten der Petrusbruderschaft zwölf Priester und dreizehn Seminaristen an.
Der Vatikan hat sich also schon einmal erfolgreich um die Rückholung abtrünniger Priester und Seminaristen aus der Piusbruderschaft bemüht. Mir ist es ein Rätsel, warum der weitere Versuch so stümperhaft über die Bühne ging.
Was mich bedrückt, ist die Nähe sowohl der Pius- als auch der Petrusbrüder zur extremen Rechten. Das gilt zumindest für Österreich (FPÖ u. BZÖ), wo der zukünftige Spitzenkandidat des BZÖ (Partei des verstorbenen J. Haider) für die Europawahlen, Ewald Stadler, noch bis vor einem Jahr regelmäßig Gottesdienste der Piusbrüder besuchte.
MfG E.
MfG B.

