05-03-2009, 21:25
ORDO SAXUM CRUCIS ca 1870 bis 1898 - also "Orden vom Kreuzes-Schwert" mit Beginn zugleich mit dem Dt.Kaiserreich und nach 28 Jahren schon vorbei, und ein Handwerk - vielleicht waren das Spezial-Schmiede zur Herstellung symboltraechtiger Zeremonial-Schwerter? - ein Sax ist ein Kurzschwert.
Bei der Schwertmacherei waren ja mythologisch etliche Dinge zu beachten Brauch, ich denke da an die alte Sitte, dass Schwert, Pferd und Helm eigene Namen hatten - an die Saga vom Schwert des "Kalevipoeg", das der Vater, Koenig Kalev, sich in Finnland "zusammenzaubern" liess und der Sohn sich nach der schwimmenden Ueberquerung der Ostsee holte, und kaum hatte er es in der Hand beging er aus Hitzigkeit einen schlimmen Mord, als sei das Schwert belebt und daran "schuld" - spaeter zaehmt dann er sich selbst und es hilft ihm, sein Volk vor Invasoren zu retten
- es wird auch in der Saga "Kalevala" der Finnen geschildert, was da alles in so eine Schmelze musste, z.B.ein Spuerchen Wespengift - und eventuell mit einzubauende Momente, einen "magischen" Spruch-Segen hinzuzugeben, damit das Schwert siege und kein Unglueck bringe, waeren nicht offen bekannt gegeben worden, also: ein Geheimbund unter den Experten, wie die Bauhuetten der Steinmetze.
Die finn-ugrischen Mythen legten grossen Wert auf das rechte Wort zum Werk des Schmiedes, und jede Art Handwerk hiess generell Schmied (z.B.Zimmermann = Baum-Schmied)
Die Sarazener-Klingen waren auch legendaer, aus 16 Stahladern geflochten zu schmiedende Schwertblaetter - es gibt wohl noch 1 Sarazener-Klingen-Schmied in Deutschland, zur Zeit, vielleicht weiss der es, er kam vor mehreren Jahren im Fernsehn.
Wenn man den Zeitraum des Kaiserreich-Anfangs bedenkt, wieviel "Germania" wieder aktiviert wurde, dann mag hier ein Rueckgriff zur Umwelt der Nibelungen-Saga auch eine "alte" neue Sekte fuer heimische Zeremonial-Waffen-Schmiede bestanden haben, denn in den alten Sagen ist auch oft die Rede vom Schwert - hiess damals eins nicht "Balmung"? - sie wurden wie belebt aufgefasst und daher benannt.
Diese Kunst war dann aber personell ausgestorben, weil der moderne Krieg mit seiner Explosions- und Fernschuss-Technik und der derartig anonymen Materialschlacht mehr was fuer arme graue angegrauste Landser war als was fuer imponierend bunte Ruestungen einer heldischen "Persoenlichkeit", und wenn denn fuer hoefische Praesentationen jeder seine Tracht hatte, war es zu nichts mehr nuetze, solch eine Kunde fortzuerben. Es war 1898 nicht mehr wirklich interessant und schon geistig nicht wieder belebbar.
Das passt zum Zeitraum der Saekularisierung auch "magischer Kuenste".
- Also, was Wilhelm I noch, esotherisch beeinflusst aus z.B.Grossbritannia her, heraldisch und in der Kampf-Uniform wichtig fand, aenderte sich mit der neuen Art von Kriegsfuehrung
- seit dem Krieg 1870/71 wurde es aber Pflicht der Offiziere, nicht mehr zu Pferde vor der Truppe herumzuragen, sondern sich gefaelligst auch in Deckung zu begeben, und ein Schwert als Waffe der Front wurde sinnlos.
Einige Offiziere kamen damit gar nicht klar, es ging ihnen gegen die Natur und verwirrte sie - doch wer kommandierend herumritt, war bald abgeschossen, da fuegten sie sich und blieben erst nun hinter der Reihe der Kaempfer - es gab nun keine "Helden" mehr, Krieg war nun nur noch haesslich und gleichzeitig profan, ein Job fuer Artillerie-Ingenieure.
1998 war ungefaehr Afrika und China Kriegs-Schauplatz, und auch im Sudan der Mahdi-Krieg absolut ungleich, Kanonentechnik gegen Kampf-Trance.
Darueber, wie krass sich gerade zwischen 1870 und 1914 die Schlacht-Gestaltung aenderte, stand einiges in der Pracht-Biografie Hindenburgs, die kurz nach dem WK I herauskam. Das sind so Sachen, die man sich gar nicht klar macht. Er war ja 1914 schon im Ruhestand und persoenlicher Zeuge dieser Veraenderung.
Also ich taete bei historischen Militaria-Museen anfragen (google) oder am Technischen Museum in Muenchen, und bei Kunsthistorikern.
mfG WiT
Bei der Schwertmacherei waren ja mythologisch etliche Dinge zu beachten Brauch, ich denke da an die alte Sitte, dass Schwert, Pferd und Helm eigene Namen hatten - an die Saga vom Schwert des "Kalevipoeg", das der Vater, Koenig Kalev, sich in Finnland "zusammenzaubern" liess und der Sohn sich nach der schwimmenden Ueberquerung der Ostsee holte, und kaum hatte er es in der Hand beging er aus Hitzigkeit einen schlimmen Mord, als sei das Schwert belebt und daran "schuld" - spaeter zaehmt dann er sich selbst und es hilft ihm, sein Volk vor Invasoren zu retten
- es wird auch in der Saga "Kalevala" der Finnen geschildert, was da alles in so eine Schmelze musste, z.B.ein Spuerchen Wespengift - und eventuell mit einzubauende Momente, einen "magischen" Spruch-Segen hinzuzugeben, damit das Schwert siege und kein Unglueck bringe, waeren nicht offen bekannt gegeben worden, also: ein Geheimbund unter den Experten, wie die Bauhuetten der Steinmetze.
Die finn-ugrischen Mythen legten grossen Wert auf das rechte Wort zum Werk des Schmiedes, und jede Art Handwerk hiess generell Schmied (z.B.Zimmermann = Baum-Schmied)
Die Sarazener-Klingen waren auch legendaer, aus 16 Stahladern geflochten zu schmiedende Schwertblaetter - es gibt wohl noch 1 Sarazener-Klingen-Schmied in Deutschland, zur Zeit, vielleicht weiss der es, er kam vor mehreren Jahren im Fernsehn.
Wenn man den Zeitraum des Kaiserreich-Anfangs bedenkt, wieviel "Germania" wieder aktiviert wurde, dann mag hier ein Rueckgriff zur Umwelt der Nibelungen-Saga auch eine "alte" neue Sekte fuer heimische Zeremonial-Waffen-Schmiede bestanden haben, denn in den alten Sagen ist auch oft die Rede vom Schwert - hiess damals eins nicht "Balmung"? - sie wurden wie belebt aufgefasst und daher benannt.
Diese Kunst war dann aber personell ausgestorben, weil der moderne Krieg mit seiner Explosions- und Fernschuss-Technik und der derartig anonymen Materialschlacht mehr was fuer arme graue angegrauste Landser war als was fuer imponierend bunte Ruestungen einer heldischen "Persoenlichkeit", und wenn denn fuer hoefische Praesentationen jeder seine Tracht hatte, war es zu nichts mehr nuetze, solch eine Kunde fortzuerben. Es war 1898 nicht mehr wirklich interessant und schon geistig nicht wieder belebbar.
Das passt zum Zeitraum der Saekularisierung auch "magischer Kuenste".
- Also, was Wilhelm I noch, esotherisch beeinflusst aus z.B.Grossbritannia her, heraldisch und in der Kampf-Uniform wichtig fand, aenderte sich mit der neuen Art von Kriegsfuehrung
- seit dem Krieg 1870/71 wurde es aber Pflicht der Offiziere, nicht mehr zu Pferde vor der Truppe herumzuragen, sondern sich gefaelligst auch in Deckung zu begeben, und ein Schwert als Waffe der Front wurde sinnlos.
Einige Offiziere kamen damit gar nicht klar, es ging ihnen gegen die Natur und verwirrte sie - doch wer kommandierend herumritt, war bald abgeschossen, da fuegten sie sich und blieben erst nun hinter der Reihe der Kaempfer - es gab nun keine "Helden" mehr, Krieg war nun nur noch haesslich und gleichzeitig profan, ein Job fuer Artillerie-Ingenieure.
1998 war ungefaehr Afrika und China Kriegs-Schauplatz, und auch im Sudan der Mahdi-Krieg absolut ungleich, Kanonentechnik gegen Kampf-Trance.
Darueber, wie krass sich gerade zwischen 1870 und 1914 die Schlacht-Gestaltung aenderte, stand einiges in der Pracht-Biografie Hindenburgs, die kurz nach dem WK I herauskam. Das sind so Sachen, die man sich gar nicht klar macht. Er war ja 1914 schon im Ruhestand und persoenlicher Zeuge dieser Veraenderung.
Also ich taete bei historischen Militaria-Museen anfragen (google) oder am Technischen Museum in Muenchen, und bei Kunsthistorikern.
mfG WiT

