16-01-2009, 21:38
Die aegyptische Priesterschaft waehrend der aegypt.Reiche rasierte sich komplett am ganzen Koerper die Haare ab, bei denen scheint es damit zu tun geghat zu haben, dass Haare als Moeglichkeit angesehn wurden, sich eine kultische Unreinheit einzufangen oder, weil Harre ja hin und wieder sichtlich ausfallen, eine solche unmerklich an andere abzugeben. Die Alten Aegypter waren stark bedacht darauf, sich nicht kultisch untauglich zu machen.
- Rein medizinisch besehn war deren Schaedeldecke weitaus haerter als die von Maennern mit Haaren, und das ist wohl auch der Gedanke, warum Skinheads sich auch den Kopf scheren: bei einer Klopperei kann einem niemand in die Haare greifen - und wenn man eins drueber kriegt, geht es ohne Bruch ab. Allerdings ist mir unklar, ob es dazu auch wichtig ist, was derjenige eigentlich in diesem Kopf hat ....
Ansonsten gab es aber auch schon die "Kraftlocke", man sieht sie in alten Papyri auf 1 Seite des Schaedels als Zopf, hieran knuepfte sich die Erwartung, maximal viel Kraft zu haben, solange man sich wenigstens "an den Ecken" das Haar nicht abschneidet. So sieht man sie hin und wieder als Locke von Ringkaempfern in der Antike.
Im juedischen Gesetz ist, 2 "Ecken des Haares" wachsen zu lassen, eine Tracht-Vorschrift, nicht jeder muss das, aber wenn einer sich religioes soweit festlegen will, dann soll er die Schlaefenlocken beiderseits vom Haareschneiden aussparen.
1 Locke auf dem Scheitel liessen sich viele Muslime wachsen, darueber gestuelpt trug man diesen kleinen "Fez"-Hut, um den herum man den Turban wickelt. Zum Einen war sicher auch der Wunsch nach Kraft dabei, zum Anderen aber auch die Legenden-Erwaegung, an diesem Schopf werde ein Engel den Gluecklichen, den ALLAH selig machen moechte, ergreifen und zum Paradies tragen.
In der Bibel laesst ein "Geweihter" (Nasir) sich fuer eine Zeit lang die Kopf-Haare plus Bart wachsen, und befolgt noch ein Paar Regeln (kein Produkt vom Weinstock essen, keinen Toten beruehren), um besonders stark Kraft zu haben, falls er etwas sehr Anstrengendes tun will oder muss, hinterher bringt er ein Opfer im Heiligtum dar, wobei zuerst diese Haare alle abrasiert und verbrannt werden. In der Bibel - Neues Testament, Apostelgeschichte, ist berichtet, dass Paulus dies vor seiner grossen Missionsreise nach Kleinasien (Asia) bis Mazedonia - und Athen - gelobte, wie er es zu erbringen schaffte, und um dazu puenktlich im Heiligtum anzukommen, erheblich tapfer nach Jerusalem eilte, obgleich ihn dort grosse Schwierigkeiten erwarteten. Also indem man es auf Zeit gelobte und um des abschliessenden Opfers willen zum Heiligtum kommen wollte, hatte man auch nochmal mehr Motivation, Gefahren und Plagen zu ueberleben.
Der "starke Samson" und Johannes d.Taeufer sind Ausnahmen, weil deren Eltern sie auf lebenslaenglich zum "Nasirat" weihten - das geschah nach Regeln, die nicht fuer Juden selbst geboten wurden, aber vielleicht waren dies Moeglichkeiten aus noachitischem Ursprung, weil es bei vielen Religionen viele Braeuche um das Haar herum gibt.
Zum Beispiel ein Hindu-Saddhu gelobt auch, seine Haare auf der Religioesen Lebensform Wanderung nicht mehr zu schneiden. Es gab einen sehr einfuehlsamen Fernsehfilm ueber einen echten solchen Saddhu, sie tragen dann auch farbige Zeichen im Gesicht. Dessen Haare waren schon einiges ueber 2m lang, er trug sie in Zoepfchen-Straengen geflochten, in Kreisen gelegt zu einem Haarturm gebunden, und ein Diener half ihm bei der Pflege dieser schweren Pracht, sie hin und wieder zu entflechten, im Fluss ausszuwaschen, neu geflochten an der Sonne zu trocknen und wieder zu tuermen.
Angesichts dessen fragte ich mich, warum die christl.Kunst den Johannes d.T., der wesentlich laengere Haare gehabt haben duerfte, nie wirklich mit einem Haar-Turm-Schopf malte, sondern mit verworrenen kurzen Strubbelhaaren - und Jesus mit laengeren, unbedeckten Haaren, von dem ja gar kein Nasir-Geluebde berichtet ist
- allenfalls kann man es als solches rechnen, was er erst am Vorabend seines Todes sagte: er werde vom Gewaechs des Weinstocks erst wieder geniessen im Reich seines Vaters.
Jungfrauen im Abendland trugen frueher ihre Haare solange ohne Schnitt und evtl.auch unbedeckt, bis sie es nicht mehr waren, was man vom Hochzeitstag plante. Dann schnitt sich die Braut die Haare ganz ab, die Ehe-Frau trug fortan das Haar kurz, und ab dann immer eine Kopfbedeckung.
Dies taten daher auch Nonnen beim Eintritt in einen Orden mit immerwaehrendem Geluebde, weil es wie eine Heirat galt /gilt.
Man verbrannte oder vergrub nicht immer diese Haare, sondern es gab auch den Brauch, lange Frauenhaare ins Segeltuch zu verweben, damit die Segel besser dem Wind widerstehen.
Die "Moenchs-Glatze" im Besonderen, die auch geweihte Opfer-Priester ab der Weihe trugen, heisst Tonsur, das ist nur um den Scheitel ein runder Kreis, der immer rasiert gehalten wurde, Priester trugen ein Birett darueber (spezieller Hut) oder wie der Papst ein Kaeppi, das nur in bestimmten sehr heiligen Situationen des Rituals abgenommen wird, auch um darauf hinzuweisen.
Hier hat es etwas mit dem Gedanken an G0TTES Segenszugang zu tun, die Anwesenheit der Naehe G0TTES sozusagen "durch kein einziges Haar fernzuhalten"
- Das meint nur ein Symbol, denn man weiss ja, dass uns G0TT unmittelbar sowieso schon von zuinnerst her naeher ist als wir uns selber, das kann man aber nicht nach aussen hin sichtbar machen.
Fast derselbe Aspekt der Naehe G0TTES ist es ja auch, warum wiederum juedische Maenner ihren Kopf-Scheitel bedecken, und zwar zumindest durch ein Kaeppi beim Beten. Wenn man gar nichts da hat und es eilt, legt man die eigene Hand auf den eigenen Scheitel. Man sieht das gelegentlich so gezeichnet.
Zum Segnen oder Weihen wird auch die Scheitel-Region vom Segnenden mit den Haenden bedeckt, eine sehr alte Geste der Uebertragung von Kraft und Wohlwollen.
Ansonsten sind Haartrachten so mode-abhaengig, das man von keiner Variante ganz sicher sein kann, warum sie jemand so oder so traegt.
mfG WiT :)
- Rein medizinisch besehn war deren Schaedeldecke weitaus haerter als die von Maennern mit Haaren, und das ist wohl auch der Gedanke, warum Skinheads sich auch den Kopf scheren: bei einer Klopperei kann einem niemand in die Haare greifen - und wenn man eins drueber kriegt, geht es ohne Bruch ab. Allerdings ist mir unklar, ob es dazu auch wichtig ist, was derjenige eigentlich in diesem Kopf hat ....
Ansonsten gab es aber auch schon die "Kraftlocke", man sieht sie in alten Papyri auf 1 Seite des Schaedels als Zopf, hieran knuepfte sich die Erwartung, maximal viel Kraft zu haben, solange man sich wenigstens "an den Ecken" das Haar nicht abschneidet. So sieht man sie hin und wieder als Locke von Ringkaempfern in der Antike.
Im juedischen Gesetz ist, 2 "Ecken des Haares" wachsen zu lassen, eine Tracht-Vorschrift, nicht jeder muss das, aber wenn einer sich religioes soweit festlegen will, dann soll er die Schlaefenlocken beiderseits vom Haareschneiden aussparen.
1 Locke auf dem Scheitel liessen sich viele Muslime wachsen, darueber gestuelpt trug man diesen kleinen "Fez"-Hut, um den herum man den Turban wickelt. Zum Einen war sicher auch der Wunsch nach Kraft dabei, zum Anderen aber auch die Legenden-Erwaegung, an diesem Schopf werde ein Engel den Gluecklichen, den ALLAH selig machen moechte, ergreifen und zum Paradies tragen.
In der Bibel laesst ein "Geweihter" (Nasir) sich fuer eine Zeit lang die Kopf-Haare plus Bart wachsen, und befolgt noch ein Paar Regeln (kein Produkt vom Weinstock essen, keinen Toten beruehren), um besonders stark Kraft zu haben, falls er etwas sehr Anstrengendes tun will oder muss, hinterher bringt er ein Opfer im Heiligtum dar, wobei zuerst diese Haare alle abrasiert und verbrannt werden. In der Bibel - Neues Testament, Apostelgeschichte, ist berichtet, dass Paulus dies vor seiner grossen Missionsreise nach Kleinasien (Asia) bis Mazedonia - und Athen - gelobte, wie er es zu erbringen schaffte, und um dazu puenktlich im Heiligtum anzukommen, erheblich tapfer nach Jerusalem eilte, obgleich ihn dort grosse Schwierigkeiten erwarteten. Also indem man es auf Zeit gelobte und um des abschliessenden Opfers willen zum Heiligtum kommen wollte, hatte man auch nochmal mehr Motivation, Gefahren und Plagen zu ueberleben.
Der "starke Samson" und Johannes d.Taeufer sind Ausnahmen, weil deren Eltern sie auf lebenslaenglich zum "Nasirat" weihten - das geschah nach Regeln, die nicht fuer Juden selbst geboten wurden, aber vielleicht waren dies Moeglichkeiten aus noachitischem Ursprung, weil es bei vielen Religionen viele Braeuche um das Haar herum gibt.
Zum Beispiel ein Hindu-Saddhu gelobt auch, seine Haare auf der Religioesen Lebensform Wanderung nicht mehr zu schneiden. Es gab einen sehr einfuehlsamen Fernsehfilm ueber einen echten solchen Saddhu, sie tragen dann auch farbige Zeichen im Gesicht. Dessen Haare waren schon einiges ueber 2m lang, er trug sie in Zoepfchen-Straengen geflochten, in Kreisen gelegt zu einem Haarturm gebunden, und ein Diener half ihm bei der Pflege dieser schweren Pracht, sie hin und wieder zu entflechten, im Fluss ausszuwaschen, neu geflochten an der Sonne zu trocknen und wieder zu tuermen.
Angesichts dessen fragte ich mich, warum die christl.Kunst den Johannes d.T., der wesentlich laengere Haare gehabt haben duerfte, nie wirklich mit einem Haar-Turm-Schopf malte, sondern mit verworrenen kurzen Strubbelhaaren - und Jesus mit laengeren, unbedeckten Haaren, von dem ja gar kein Nasir-Geluebde berichtet ist
- allenfalls kann man es als solches rechnen, was er erst am Vorabend seines Todes sagte: er werde vom Gewaechs des Weinstocks erst wieder geniessen im Reich seines Vaters.
Jungfrauen im Abendland trugen frueher ihre Haare solange ohne Schnitt und evtl.auch unbedeckt, bis sie es nicht mehr waren, was man vom Hochzeitstag plante. Dann schnitt sich die Braut die Haare ganz ab, die Ehe-Frau trug fortan das Haar kurz, und ab dann immer eine Kopfbedeckung.
Dies taten daher auch Nonnen beim Eintritt in einen Orden mit immerwaehrendem Geluebde, weil es wie eine Heirat galt /gilt.
Man verbrannte oder vergrub nicht immer diese Haare, sondern es gab auch den Brauch, lange Frauenhaare ins Segeltuch zu verweben, damit die Segel besser dem Wind widerstehen.
Die "Moenchs-Glatze" im Besonderen, die auch geweihte Opfer-Priester ab der Weihe trugen, heisst Tonsur, das ist nur um den Scheitel ein runder Kreis, der immer rasiert gehalten wurde, Priester trugen ein Birett darueber (spezieller Hut) oder wie der Papst ein Kaeppi, das nur in bestimmten sehr heiligen Situationen des Rituals abgenommen wird, auch um darauf hinzuweisen.
Hier hat es etwas mit dem Gedanken an G0TTES Segenszugang zu tun, die Anwesenheit der Naehe G0TTES sozusagen "durch kein einziges Haar fernzuhalten"
- Das meint nur ein Symbol, denn man weiss ja, dass uns G0TT unmittelbar sowieso schon von zuinnerst her naeher ist als wir uns selber, das kann man aber nicht nach aussen hin sichtbar machen.
Fast derselbe Aspekt der Naehe G0TTES ist es ja auch, warum wiederum juedische Maenner ihren Kopf-Scheitel bedecken, und zwar zumindest durch ein Kaeppi beim Beten. Wenn man gar nichts da hat und es eilt, legt man die eigene Hand auf den eigenen Scheitel. Man sieht das gelegentlich so gezeichnet.
Zum Segnen oder Weihen wird auch die Scheitel-Region vom Segnenden mit den Haenden bedeckt, eine sehr alte Geste der Uebertragung von Kraft und Wohlwollen.
Ansonsten sind Haartrachten so mode-abhaengig, das man von keiner Variante ganz sicher sein kann, warum sie jemand so oder so traegt.
mfG WiT :)

