23-04-2003, 12:44
Hallo Dieter,
() qilin
Zitat: Im Prinzip richtig - führt aber in der Sache nicht weiter. Ursächlich sehe ich prinzipielle Unterscheide im Schriftverständnis als "Gottes Wort".Also ich hab's anders verstanden: Der Koran ist das Wort Gottes, das von Mohammed nur aufgeschrieben bzw. diktiert wurde.
Der Koran (bitte um Korrektur bei fehlerhafter Darstellung) ist die spätere schriftliche Fixierung der Reden des Propheten, welche dieser direkt durch Gott bzw. Seinen Engel empfing (spätere schriftliche Fixierung" ist übrigens kein Argument: mündliche Weitergabe war damals sehr genau). Da weiter der Prophet selbst in besonderer Nähe zu Gott stand - im Wesentlichen also auch aus dieser Nähe heraus handelte - gewinnt seine Lebensführung (in der er ja "lebte", was im Koran geschrieben steht) eine besondere Bedeutung (ist aber außermuslimisch weitgehend unbekannt). Diese Sicht begründet eine streng normative Sicht - auch den Koran selber betreffend, der ja auch nur in der ursprünglichen Sprache Arabisch richtig verstanden sein kann.
Zitat:Bleibt festzuhalten: das je eigene Verständnis auf die 'andere' Schrift anzuwenden führt zu Mißverständnissen. Ich kann den Koran nicht wie die Bibel lesen und die Bibel nicht wie den Koran! - Heißt, ich 'kann' ja schon - nur verstehe ich's dann eben automatisch 'falsch'.Darum geht's in dieser Frage aber nur insofern, als der Vorwurf ja nicht darin besteht, dass der Koran fehlinterpretiert worden wäre, sondern dass die Juden/Christen ihre eigene Überlieferung verfälscht hätten - wie in einem anderen thread noch deutlicher wird:
Mustafa schrieb:Doch auch wenn wir wissen, daß sie ihre Bücher (schon damals) eigentlich nicht mehr so recht herbeizubringen vermögen, weil sie sie längst willkürlich verfälscht hatten...Und dafür wäre ein Nachweis fällig, der auch für Nicht-Muslime nachvollziehbar ist, wenn eine solche Behauptung in einem nicht islam-internen Forum aufgestellt wird. Im Prinzip scheint es mir wenig relevant, ob von Abraham eine Opferung Isaaks oder Ismaels verlangt worden ist - worum es geht ist eine - m.E. prima vista ungerechtfertigte - Schuldzuweisung. Wenn ein Muslim sagt "Ich glaube dieses, weil es im Koran; und jenes nicht, weil es in der Bibel steht" - OK, das kann ich verstehen. Aber einem Andersgläubigen vorzuwerfen er sei seiner eigenen Überlieferung untreu geworden, weil's mit meiner nicht übereinstimmt, und sich dann über seine mangelnde Diskussionsbereitschaft beklagen - das sollte m.E. hinterfragt werden.
() qilin
