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Weichnachten am 24./25. Dezember
#9
Fritz7 schrieb:Und das theologische Brimborium um das Datum wird dann richtig mit der Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender sichtbar. Kurzerhand wurde das Datum um 10-13 Tage (heute) verschoben in allen westlichen Kirchen, in der Orthodoxie dagegen nicht ... also heute ZWEI Weihnachtsdaten.

Bin mal gespannt, wie da Presbyter betonköpfig-kirchentreuen theologischen Zuckerguss drübertun bemüht sein wird ... zur allgemeinen Erheiterung ...

Was sollte es da an dieser historischen Entwicklung mit Zuckerguss versüßt werden. Die beiden Weichnachtsfest bestehen bis heute in der kath. Kirche. Und streng genommen nimmt Epiphanie, das Hochfest der Erscheinung des Herrn (6. Januar), sogar einen höheren Rang ein, als das Hochfest der Geburt des Herrn ein (25. Dezember). Dabei akzentuieren die beiden Feste je ein anderes Moment des Weichnachtsfeste, das der Geburt des Herrn eher die erste Ankunft Christi, das der Epiphanie eher die zweite Ankunft und damit die eschatologisch-endzeitliche Dimension des Glaubens und des Weihnachtsfestes.
Übrigens ist die Entstehung der beiden Festdaten gar nicht so homogen wie man aus Epicharms Beitrag herauslesen könnte. Zum Beispiel ist das erste weihnachliche Fest, das der Taufe des Herrn (heute: Sonntag nach Epiphanie), welches bei einigen Gnostikern gegen Ende des 2. Jh. am 6. Januar gefeiert wird und von dem uns Clemens von Alexandrien berichtet.
Ausserdem kennen zum Beispiel einige westliche Kirchen, so auch die Augustins in Hippo Regius, auch im 4. Jh. kein Fest am 6. Jannuar, sondern nur das spätere am 25. Dezember. Während hingegen einige syrische Kirche wiederum den 25. Dezember als Festtag nicht kennen und bei den Galliern und Germanen sogar beide nicht bezeugt sind, sondern erst viel später erwähnt werden.

Das Ergebnis dieser Verwirrungen ist ganz unterschiedlich, je nach Tradition kennen die Ortskirche, also je eines der beiden Feste (Epiphanie oder Gebrut des Herrn) bzw. sogar beide Feste in ihrem liturgischen Festkalender. Für die römische Kirche die z.B. beide kennt, bedeuten die Feste aber keine Doppelung, sondern sind wie oben schon angedeutet, das unterschiedliche Akzentuieren ein und desselben Mysterium.

Soweit Presbyter
Omnis mundi creatura quasi liber et pictura nobis est et speculum.
-
Jedes Geschöpf der Welt ist sozusagen ein Buch und Bild und ein Spiegel für uns.
(Alanus ab Insulis, Theologe, Philosoph und Dichter)
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Nachrichten in diesem Thema
Weichnachten am 24./25. Dezember - von gumbo - 19-12-2007, 23:19
RE: Weichnachten am 24./25. Dezember - von Bion - 20-12-2007, 00:43
RE: Weichnachten am 24./25. Dezember - von Lea - 20-12-2007, 06:28
RE: Weichnachten am 24./25. Dezember - von Bion - 20-12-2007, 10:20
RE: Weichnachten am 24./25. Dezember - von Bion - 20-12-2007, 10:47
RE: Weichnachten am 24./25. Dezember - von Lea - 20-12-2007, 13:38
RE: Weichnachten am 24./25. Dezember - von Alanus ab Insulis - 20-12-2007, 13:39
RE: Weichnachten am 24./25. Dezember - von gumbo - 20-12-2007, 20:42
RE: Weichnachten am 24./25. Dezember - von stefan - 23-01-2008, 11:27

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