10-08-2024, 13:24
(08-08-2024, 20:50)Ekkard schrieb: Das hatten wir doch schon: Bitte nichts unterstellen, was nicht notwendig ist und vor allem, was sich vom Grundsatz her nicht widerlegen lässt (also immer nur schlichte Behauptung bleibt). Anderenfalls zeige bitte den Gedanken auf, der die Annahme widerlegen könnte! Suche also nicht deine These von der Notwendigkeit eines höheren Wesens zu stützen, sondern zeige auf, wie sich diese These widerlegen lässt. Wenn das nicht geht, gilt das Popper-Kriterium: Die These ist irrelevant.
@ Ekkard,
... ich will mal einfache Beispiele anführen, die auf den Begriff der "Notwendigkeit" angewendet werden können.
Wenn man Dir sagte, es gäbe eine gehende Uhr ohne Triebfeder, würdest Du dich wohl kaum mit einer solchen Auskunft zufrieden geben, sie hätte allerdings unendlich viele Antriebsräder.
Auch würdest Du nicht erwarten, dass ein Eisenbahnzug mit unendlich vielen Waggons, von denen der letzte vom vorletzten, dieser wiederum vom drittletzten usw. gezogen würde, ohne Lokomotive auskäme.
Oder Du würdest eine sehr lange Kette (aus vielen Gliedern) an einem Aufhängehaken sehen und wärst verwundert, jemand erzählte dir, es gäbe ein ganz ähnliche Kette ohne Aufhängehaken, doch mit unendlichen Gliedern, von denen jedes vom höheren gehalten würde.
Bei solchen Beispielen und in der Kette der Wirkursachen oder der notwendigen Dinge geht man davon aus, dass hier eine Beziehung von Abhängigkeiten oder eine solche des Haltens oder Tragens vorliegt.
Im philosophischen Denken kann man sich auf ein Prinzip berufen:
Wo eine Ordnung von Beziehungen und Abhängigkeiten vorliegt, muss das Zurückgehen irgendwo enden. Eine solche Ordnung kann weder aus unendlich vielen Gliedern bestehen noch kann sie zirkulär sein.
Man könnte auch sagen: Eine Reihe kontingenter Dinge, welche einander hervorbringen, kann nicht ins Unendliche gehen oder sich in einem Kreis bewegen.
Dieses Prinzip ist zumindest sehr plausibel, wenngleich es keine Antwort auf die Rätsel des Daseins im Sein geben kann!
Ein zentraler Gedanke:
entweder hängt jedes "notwendige" - d.h. unvergängliche Ding in seine Unvergänglichkeit von etwas anderem ab, oder es ist "per se necessarium" in einer Bedeutung, die nur auf die Wortformel "Gott" zutreffen kann.
Gruß von Reklov

