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moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen
#53
(09-03-2020, 22:09)eddyman schrieb: Das hilft alles in praktischer Hinsicht nicht weiter. Entscheidend für einen religiösen Menschen ist die Christus-Qualität. Ganz gravierend und offensichtlich ist zB, dass Er sich nicht durch äußerliche Umstände hat korrumpieren lassen (weil drüben grad das 10 Gebote-Thema läuft)... Es sind diese Eigenschaften, die einen Jesus Christus bedeutend machen, und nicht historische Quellen.

Nun, das passt ja im Prinzip zusammen mit der Einstellung vieler heutiger Theologen, dass der kerygmatische Jesus wichtig ist, nicht der historische, der uns nicht wirklich zugaenglich ist. Schon in der ersten Haelfte des 3. Jhdts. warnte der bedeutende Kirchenschriftsteller Origenes eindringlich davor, die heiligen Texte historisch und als woertlich wahr zu lesen, sondern empfahl stattdessen, die eigentlichen religioesen Botschaften darin zu finden. Die Kirche entschied sich damals gegen ihn und fuer eine historische Interpretation der Texte, und an dieser Entscheidung hat sie heute ordentlich zu knabbern.
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