Hallo 'Ulan' - noch einmal zurück zu Deiner in Beitrag # 1 zitierten Behauptung:
Die Einheitsübersetzung schreibt über den Baum:
"Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.
Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz." Genesis 3,6f
Wie interpretierst Du diese Geschichte ?
Gerne folge ich Dir, wenn Du das als "symbolisch" wertest - ich könnte mir schon gut vorstellen, daß das eine verschlüsselte Message ist
Allerdings fehlt uns der Schlüssel und so kommen wir auch nicht weiter.
Ich habe einmal in einem Kommentar zum AT gelesen, daß auch die althebräische Sprache - wie jede andere Sprache auch - mehrdeutig ist. (Das deutsche Wort "Strom" kann einen großen Fluß bedeuten oder auch Elektrizität)
Das alte Bibelhebräisch habe überdurchschnittlich viele Mehrdeutigkeiten (ist ja auch kein Wunder bei so einer alten Sprache aus der orientalischen Welt)
Wenn man ein Wörterbuch des Althebräischen anschaut, sieht man bei etlichen Begriffen eine Fülle unterschiedlichster Bedeutungen
Wer weiß, was obige Geschichte wirklich aussagen wollte? Luther übersetzte sie in die Begriffswelt des bäuerlichen Milieus (seine Adressaten waren ja die deutschen Bauern und Handwerker und Ritter; allesamt gedanklich der bäuerlichen Umgebung verhaftet)
Aber schon Jahrhunderte vor Luther (als die Bibel noch gar nicht ins Deutsche übersetzt war) wurde den Menschen die Geschichte in den katholischen Kirchen so erzählt; da wich Luther und die Reformation gar nicht davon ab.
Ich finde die Geschichte "Schlange, Baum, Frucht" spannend und interessiere mich für ernstzunehmende Interpretationsversuche
Irgend einen Sinn (der längst verlorenging) muß die Geschichte ja gehabt haben - ich kann mir nicht vorstellen, daß die Thora eine Tiergeschichte (Fabel) von einer bösen Schlange und süßen Früchten enthält - dies wäre naiv
Jüdische Schriftgelehrte aller Schattierungen, katholische / orthodoxe / reformierte Theologen rätseln seit uralten Zeiten herum was die Geschichte wirklich aussagt. Daß da eine biologische Schlange (zB eine Äskulapnatter) mit der Frau redete, um sie dazu zu verleiten eine Frucht vom Baum zu pflücken und zu essen, scheint mir zu flach. Das konnte Luther seinen Bauern erzählen
Die Katholische Kirche schreibt etwas nebulos vom "Baum der Erkenntnis" - ohne näher auf diesen rätselhaften Baum einzugehen
Ich finde diesen uralten katholischen Begriff "Baum der Erkenntnis" den dann auch Luther dankbar übernahm, nicht unsinnig, da steckt tiefe Symbolik drin, aber wir können es nicht mehr deuten. Der Begriff stammt aus vorchristlicher Zeit: עץ הדעת טוב ורע wie wir im Wikipedia sehen:
Baum der Erkenntnis - Wikipedia
Zu sagen, daß sich die Katholoische Kirche bei der Interpretation der Paradies-Geschichte verrannt hätte, ist nur zulässig wenn man eine bessere Interpretation vorschlagen kann
Und daß die Menschen nach dem essen der Frucht bemerkten, daß sie nackt waren - ist auch erklärungsbedürftig
(26-10-2019, 00:42)Sinai schrieb:(18-10-2019, 14:14)Ulan schrieb: Ich denke, die RKK hat sich bei der Interpretation der Paradies-Geschichte grundsaetzlich verrannt.
Nun, da bin ich auf Deine Interpretation der Paradies-Geschichte gespannt
Die Einheitsübersetzung schreibt über den Baum:
"Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.
Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz." Genesis 3,6f
Wie interpretierst Du diese Geschichte ?
Gerne folge ich Dir, wenn Du das als "symbolisch" wertest - ich könnte mir schon gut vorstellen, daß das eine verschlüsselte Message ist
Allerdings fehlt uns der Schlüssel und so kommen wir auch nicht weiter.
Ich habe einmal in einem Kommentar zum AT gelesen, daß auch die althebräische Sprache - wie jede andere Sprache auch - mehrdeutig ist. (Das deutsche Wort "Strom" kann einen großen Fluß bedeuten oder auch Elektrizität)
Das alte Bibelhebräisch habe überdurchschnittlich viele Mehrdeutigkeiten (ist ja auch kein Wunder bei so einer alten Sprache aus der orientalischen Welt)
Wenn man ein Wörterbuch des Althebräischen anschaut, sieht man bei etlichen Begriffen eine Fülle unterschiedlichster Bedeutungen
Wer weiß, was obige Geschichte wirklich aussagen wollte? Luther übersetzte sie in die Begriffswelt des bäuerlichen Milieus (seine Adressaten waren ja die deutschen Bauern und Handwerker und Ritter; allesamt gedanklich der bäuerlichen Umgebung verhaftet)
Aber schon Jahrhunderte vor Luther (als die Bibel noch gar nicht ins Deutsche übersetzt war) wurde den Menschen die Geschichte in den katholischen Kirchen so erzählt; da wich Luther und die Reformation gar nicht davon ab.
Ich finde die Geschichte "Schlange, Baum, Frucht" spannend und interessiere mich für ernstzunehmende Interpretationsversuche
Irgend einen Sinn (der längst verlorenging) muß die Geschichte ja gehabt haben - ich kann mir nicht vorstellen, daß die Thora eine Tiergeschichte (Fabel) von einer bösen Schlange und süßen Früchten enthält - dies wäre naiv
Jüdische Schriftgelehrte aller Schattierungen, katholische / orthodoxe / reformierte Theologen rätseln seit uralten Zeiten herum was die Geschichte wirklich aussagt. Daß da eine biologische Schlange (zB eine Äskulapnatter) mit der Frau redete, um sie dazu zu verleiten eine Frucht vom Baum zu pflücken und zu essen, scheint mir zu flach. Das konnte Luther seinen Bauern erzählen
Die Katholische Kirche schreibt etwas nebulos vom "Baum der Erkenntnis" - ohne näher auf diesen rätselhaften Baum einzugehen
Ich finde diesen uralten katholischen Begriff "Baum der Erkenntnis" den dann auch Luther dankbar übernahm, nicht unsinnig, da steckt tiefe Symbolik drin, aber wir können es nicht mehr deuten. Der Begriff stammt aus vorchristlicher Zeit: עץ הדעת טוב ורע wie wir im Wikipedia sehen:
Baum der Erkenntnis - Wikipedia
Zu sagen, daß sich die Katholoische Kirche bei der Interpretation der Paradies-Geschichte verrannt hätte, ist nur zulässig wenn man eine bessere Interpretation vorschlagen kann
Und daß die Menschen nach dem essen der Frucht bemerkten, daß sie nackt waren - ist auch erklärungsbedürftig

