30-04-2016, 23:55
(30-04-2016, 19:09)Thomas schrieb: Wenn wir davon ausgehen, dass Sünde lediglich das Scheitern alter gesellschaftlicher Konventionen ist die nur als Absolutes verstanden werden, dann glauben wir i.d.R. nicht, dass Jesus uns erlösen wird oder dies bereits getan hat.Richtig, das kommt von der Gleichsetzung Gott = Zuchtmeister der Menschen. Gott erzwingt Wohlverhalten. Dann stellt sich aber die Frage, warum der Mensch so und nicht anders geschaffen wurde.
(30-04-2016, 19:09)Thomas schrieb: Und wenn wir an den Erlöser Jesus Christus glauben, dann wird die Sünde als Versagen vor Gott verstanden. Da Gott in diesem Fall selbst als das Absolute verstanden wird, müssen sich dann die Menschen ändern.Gewiss! Nur schau dir mal die ethischen Forderungen Gottes an. Da gibt es nichts, was über gesellschaftliche Konventionen (das, was man als anständiger Mensch tun bzw. lassen soll) hinaus geht und außerdem sehr engen kulturellen Grenzen unterliegt.
Man könnte auf christlicher Seite das 1. Gebot (des AT) und die rituellen Handlungen (Darbringung von Opfern, Bekreuzigen, Taufe, ...) als über menschliche Konventionen hinaus gehend anführen. Aber was ist das für ein Gott, der sinnfreie Handlungen verlangt, zumal diese quer durch die Geschichte und quer durch alle Religionen völlig verschieden sind - also letztlich doch sehr relative und sehr menschengemachte Vorstellungen beinhalten.
Ich gewinne immer mehr den Eindruck, als dürfe man über Erlösung nicht nachdenken.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

