16-06-2014, 12:24
(16-06-2014, 11:48)Koon schrieb: ich hab vor nur eine Woche zufällig erfahren das es in vier Evangelien kein Spur von Trinität gibt... das wußte ich vorher nicht...Da streiten sich die Experten; denn die drei Ansichten Gottes sind immer mal wieder erwähnt - nur nicht in der später fest gelegten Dreiheit.
Gott-Vater ist dasselbe wie der "Heilige Geist"; denn Gott ist Geist und "Vater" nur eine Verehrungsform.
"Sohn" als eine göttliche Person ist eine Entwicklung, die im Wesentlichen vom Johannesevangelium ausgeht. Man muss aber beachten, dass der dort erwähnte "Logos" im Grunde die Verkündigung der Botschaft Gottes an seine Menschen meint - mithin wieder Gott selbst. Der Mensch Jesus ist vergleichbar mit dem "Gottesknecht" nach dem Propheten Jesaja.
Ich glaube nicht, dass irgend jemand eine völlig klare Begründung für die Trinitätslehre geben kann. Dafür steckt zu viel kaiserliche Politik dahinter!
Wenn man sich von den mythischen Implikationen löst, gewinnt der Rest des Glaubens eine gesellschaftliche oder soziologische Komponente, die man gar nicht an bestimmte Gottesbilder koppeln muss (Achtung des Nächsten, Gerechtigkeit, Versöhnungswillen und -Bereitschaft, Vergebung, ...)
Zwischen Materialisten, Utiliaristen und eine Reihe anderer Atheisten sowie Gott-Gläubigen besteht weitgehend Einigkeit darin, dass eine friedliches Miteinander nur möglich ist, wenn man gewisse Minimalforderungen innerhalb der Gesellschaft aufrecht erhält.
Ich denke, nur einige Nihilisten und Hedonisten finden menschliche Gesellschaften so zuwider, dass sie sich ganz auf die "persönlich Ebene" zurück ziehen. Nicht zu vergessen, dass es auch eine Art der Frömmigkeit gibt, die an Egozentrik nicht zu überbieten ist. Dort hat der Gläubige "sein Plätzchen im Himmel" bereits sicher!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

