02-04-2014, 19:31
(02-04-2014, 07:38)Silas schrieb: Ist es in den Augen Gottes verkehrt, ein Menschenleben abzutreiben?
das wissen wir nicht - aber natürlich darf jeder sich das vorstellen, wie er lustig ist
(02-04-2014, 07:38)Silas schrieb: Immerhin ist der Fötus vom Zeitpunkt der Befruchtung an kein Teil des Körpers der Mutter mehr, sondern ein eigenständiges Leben mit einem eigenen Bauplan
nun, mit der eigenständigkeit eines embryos ist das so eine sache. denn selbstverständlich kann er nur leben, weil und so lange er eben gerade "Teil des Körpers der Mutter" ist
die wesentlich häufiger als abtreibungen auftretenden spontanaborte ohne menschliches zutun (gläubige würden sie also wohl als "gottes wille" oder gar "gottes tun" einordnen) führen zum tod des embryos, sobald er sich vom körper der mutter trennt
(02-04-2014, 07:38)Silas schrieb: Interessant finde ich eine Stelle in der Bibel (Psalm 139:16) , die von dem ungeborenen Leben Davids folgendes sagt:"Deine Augen sahen sogar den Embryo von mir,und in dein Buch waren alle seine Teile eingeschrieben hinsichtlich der Tage, da sie gebildet wurden und unter ihnen noch nicht einer da war".
Es sprach hier von "dem Embryo von mir", womit er doch offensichtlich sagen wollte, dass sein Leben bei seiner Empfängnis begann.
als diese stelle verfaßt wurde, wußte man weder von embryos noch über empfängnis bescheid. die lutherbibel von 1912 (über bibel-online) sagt auch nichts von einem"embryo", sondern bedient sich der blumigen metapher "da ich noch unbereitet war". kein wort von empfängnis, sondern ein bezug auf "da ich gebildet ward unten in der Erde"
15 Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde.
16Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und alle Tage waren auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben keiner da war.
deine biologistische interpretation steht imho also auf recht wackligen füßen
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

