06-02-2014, 17:38
(14-12-2013, 20:25)Ekkard schrieb: Ich meine, wir müssen sehr vorsichtig mit dem Begriff "Wirklichkeit" umgehen. Was wir wahrnehmen, ist ausschließlich das, was unser Hirn aus den Sinneseindrücken gemacht hat.Steile Hypothese. Wie Geist Materie kreiert, illustriert jeder Traum. Wie aber Materie Geist kreieren soll, bleibt wohl auch weiterhin ein Mysterium des Schuldschein-Materialismus.
(14-12-2013, 20:25)Ekkard schrieb: Es kommt also darauf an, was du mit "wirklich" meinst. "Wirklich" ist in dem Zusammenhang bestenfalls die Reaktion des Sinnesapparates auf den Energiefluss von Licht auf unsere Augen. So könnten die Farbeindrücke bei verschiedenen Menschen beliebig vertauscht sein oder teilweise ganz ausfallen. Wirklich daran ist bestenfalls die Farbenblindheit, denn die ist durch geeignete Verfahren messbar (eine Eigenschaft der betroffenen Augen). Funktioniert die Farbunterscheidung, ist nicht feststellbar, wie GRÜN genau gesehen wird, wenn die Zuordnung zu den Spektren nur konstant ist. Also ist nur die Farbunterscheidung objektiv vorhanden, also Teil der Wirklichkeit. "GRÜN" selbst ist es nicht. Farbe ist also nicht generell "wirklich".Hm... Wenn man sich nur oft genug einredet, dass solche Dinge wie "Farbe" oder "Schmerz" eigentlich gar nicht wirklich sind, tut es bestimmt irgendwann auch gar nicht mehr weh, wenn man unablässig mit dem Kopf gegen die Wand haut...

(14-12-2013, 20:25)Ekkard schrieb: Ich neige also durchaus zu der Ansicht der "Physikalisten", dass über die Wirklichkeit die Messung (im weitesten Sinne, also auch sonstige Beobachtungsverfahren) entscheidet. Was man nicht messen kann, entspricht nicht diesem relativ strengen Wirklichkeitsbegriff.Dass Farbe (Qualia) nicht messbar ist, soweit waren wir ja schon. Nun kann man natürlich definieren: Wirklichkeit = Alles, was messbar ist. Und im Sinne des Physikalismus kann man nun die These aufstellen, dass die gesamte Wirklichkeit naturwissenschaftlich erfassbar (messbar) sei. Offensichtlich wäre das in diesem Fall dann aber nichts weiter als ein Zirkelschluss, bzw. der Begriff 'Wirklichkeit' eben einfach nur so definiert worden, wie man es gerne hätte.
Im Allgemeinen versteht man unter 'Wirklichkeit' jedenfalls ein wenig mehr, nämlich grob "alles, was es gibt und erfahrbar ist". Es gibt also bspw. wirklich Träume, Schmerzen, Farben etc., und Menschen lügen nicht etwa, wenn sie von Träumen, Schmerzen oder Farben berichten.
(14-12-2013, 20:25)Ekkard schrieb: Aber diese Wirklichkeit betrifft den Menschen, nicht die Natur der Dinge.Klingt fast, als hättest du zuviel Mahner/Bunge gelesen...
(15-12-2013, 01:05)petronius schrieb:Nein, nicht wirklich.(14-12-2013, 12:56)Noumenon schrieb: Halten wir also fest, dass es Teile der Wirklichkeit gibt, die sich vehement einer naturwissenschaftlichen Beschreibung entziehenist das was neues?
für dich z.b.?
(15-12-2013, 01:05)petronius schrieb:Hat etwa jemand behauptet, dass jemand was anderes behauptete oder gar "die naturwissenschft" selbst sich das angemaßt?(14-12-2013, 12:56)Noumenon schrieb: Oder mit anderen Worten: Die Naturwissenschaft ist im Rahmen ihrer gegenwärtigen Methodik und Modelle unzureichend, die gesamte Wirklichkeit zu erfassen und zu beschreibenna klar
hat jemand was anderes behauptete oder gar "die naturwissenschft" selbst sich das angemaßt?
nicht, daß ich wüßte
nicht, daß ich wüßte
Naja, wie auch immer. Wie ich sehe, stimmst du mir zu.
(15-12-2013, 01:05)petronius schrieb:Zumindest die Umkehrung wäre "richtig" (Konvention): Wenn sich nicht belegen lässt, dass ein Bürger eine Straftat begangen hat, ist zunächst davon auszugehen, dass dies auch nicht der Fall ist (Unschuldsvermutung).(14-12-2013, 12:56)Noumenon schrieb:na, du bist lustig...(25-09-2013, 07:32)petronius schrieb:Aufgrund fehlender Belege natürlich, was denn sonst?!(25-09-2013, 00:50)Noumenon schrieb: Schlimmer noch: Aus (gegenwärtiger) naturwissenschaftlicher Sicht könne man sogar mit Fug und Recht behaupten, dass die Echse gar keine Farbwahrnehmung hatnein - aufgrund von was denn?
wenn ich nicht belegen kann, daß du ein gesetzestreuer bürger bist, muß ich "mit Fug und Recht behaupten", daß du kriminell bist?
Was der Sinn deiner Analogie von rechtsstaatlichen Fragestellungen in Gegenüberstellung mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen sein soll, erschließt sich mir allerdings nicht. Ich wäre sicherlich mit einer der Letzten, die Analogien nicht als probates Mittel im Rahmen von Argumentationen ansehen würden - aber wenn Vergleiche nicht nur hinken, sondern sogar schon auf dem Bauch kriechen...?
(15-12-2013, 01:05)petronius schrieb: und du zitierst michJa, und?
(15-12-2013, 01:05)petronius schrieb: nur zur hälfte, was hier einer zitatfälschung gleichkommtOh, ach so, pardon, aber mit dem zweiten Teil konnte ich zunächst nicht viel anfangen. Was sollen "blaurot", "rötliches blau" oder "bläuliches rot" sein...?
unterlaß das gefälligst, oder es setzt eine meldung
Naja, wie auch immer - ich bleibe dabei:
(25-09-2013, 01:20)Noumenon schrieb: Jedoch kann man nicht auf eine Wand zeigen und sagen, sie sei für den Einen eher rot, während sie für den Anderen eher blau sei.Beide mögen den gleichen physikalischen Farbreiz (etwa Licht der Wellenlänge 635nm) erhalten und sich auch auf den gleichen Begriff (etwa "rot" oder "red") für ihre jeweiligen (subjektiven) psychologischen Farbempfindungen geeinigt haben, doch inwieweit die Farbempfindungen übereinstimmen, darüber lässt sich keine Aussage treffen. Möglich also, dass beide zwar den Farbeindruck von der Wand als "rot" bezeichnen und auch die gleichen physikalischen Farbreize erhalten, jedoch völlig verschiedene Farbwahrnehmungen besitzen.

