26-02-2013, 01:36
(02-01-2013, 22:53)Gundi schrieb: Dachte bisher eigentlich dass dieses Gebot, zumindest heute, das Töten eines anderen Menschen generell untersagt und somit das Leben (als Geschenk Gottes) als generell unantastbares Gut verstanden wird.
Dies lässt sich nun ja allerdings so nicht wirklich sagen.
Trotzdem hast Du in gewisser Weise mit Deiner Vermutung ja auch recht, weil eben heute das ursprünglich eher eng gefasste "Mord-Verbot", das (wie auch die anderen Ge-/Verbote des Dekalogs) nur das Verhalten der Judäer untereinander regeln sollte (sehr aufschlussreich dazu: M. Köckert, Die Zehn Gebote, München 2007 [C.H.Beck]), eigentlich von allen Religionen, die sich darauf beziehen, universaler verstanden wird und die meisten Christen Deine Auslegung wahrscheinlich unterschreiben würden. Eine solche Ausweitung ist allerdings schon im AT selbst enthalten, z.B. Lev 24,17.21, wo nur noch von Menschen die Rede ist, nicht mehr von Angehörigen des Volkes Israel. (Interessanterweise wird dort wiederum die Tötung eines Menschen mit der Todesstrafe geahndet, was aber für die damalige Zeit eben durchaus "logisch" und legitim war und keine unrechtmäßige Tötung darstellte.)
