22-02-2013, 22:47
(22-02-2013, 15:06)Lelinda schrieb: Und was ist, wenn der Wille Gottes dem Wohl des Menschen zuwiderläuft?Das tut er ja nicht, so wie Jesus seinen "Vater im Himmel" darstellt. Nach Jesu Ansicht sind das Darstellungen der Theokratie, die den Menschen den Himmel verstellen. Also, schon Jesus ignoriert eine Reihe unbequemer Textstellen der jüdischen Bibel oder sieht sie bestenfalls als punktuell notwendige Eingriffe Gottes, die letztlich doch dem Wohl der Menschen dienen.
Du hast aber Recht: Es gibt "sehr unbequeme Texte", wie Bion das ausdrückt.
(22-02-2013, 15:06)Lelinda schrieb: Wenn Gott beispielsweise wieder einmal von jemandem verlangen würde, sein Kind als Menschenopfer darzubringen ...Das war nach Jesu Meinung in der Endzeit und vor allem im Gottesreich aufgehoben. (Und wir sollten solche göttlichen "Willensäußerungen" auch nicht wieder hervor kramen. Welchem Wohl sollten sie wohl dienen?)
(22-02-2013, 15:06)Lelinda schrieb: Wie sollte der Mensch nach der von Küng ausgelegten Meinung Jesu dann handeln?Solche Befehle sind in der Endphase und im Gottesreich nicht mehr erforderlich, wenn sie es denn je waren. Küng geht darauf nicht ein. Aber der Tenor ist: Der Wille Gottes ist auf das Wohl jedes und aller Menschen gerichtet. Darin haben Schlachtopfer zumal von Menschen nichts zu suchen.
Ich persönlich würde dem Priester, der mir Dergleichen verkündet, in die Heilanstalt bringen lassen.
(22-02-2013, 15:06)Lelinda schrieb: Aber ist es nicht auch bei Jesus so, dass an erster Stelle Gott kommt und der Mitmensch erst an zweiter Stelle?Das ist schwer zu sagen. Wie gesagt: Es gibt sehr unbequeme Texte ...
(22-02-2013, 15:06)Lelinda schrieb: Wer also seinen Nächsten liebt, liebt automatisch auch Gott?So ist's - jedenfalls stellt es Jesus so dar: "Was ihr den Geringsten meiner Brüder getan (Kleidung, Nahrung, ...) habt, das habt ihr mir getan!"
(22-02-2013, 15:06)Lelinda schrieb: Oder meinst du, dass sich eine solche Frage gar nicht stellt, und dass Gott auch für Jesus (oder zumindest für Küng, der sein Reden und Handeln interpretiert) nur ein geistiges Konstrukt ist, um den religiösen Forderungen nach Mitmenschlichkeit einen theologischen Überbau zu geben?Es ist einfach so, dass Küng sich nicht in die Diskussionen über das Wesen Gottes hinein ziehen lässt, wie übrigens Jesus auch nicht. Liebe IHN und liebe deinen NÄCHSTEN. Damit erfüllst du SEINEN Willen - fertig. (Mache dir also keine Gedanken um das Wesen dessen, der außerhalb deines Erfahrungshorizontes liegt!)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

