(19-09-2012, 19:09)Lelinda schrieb: Ich kenne mich mit dem altrömischen Polytheismus nicht gut aus, aber der spielt ja heute sowieso keine Rolle mehr, kann also unberücksichtigt bleiben.Auch das halte ich zumindest partiell für ein Missverständnis: Das Judentum gibt es in dieser Beziehung nicht. Das (mosaische) Gesetz wird befolgt zur Ehre Gottes und um der Gesellschaft willen. Es gab indes Gruppen, welche die Gesetze möglichst zu verschärfen suchte, weil damit quasi "das Heil verbunden" war. Jesus war hingegen Vertreter jener Gruppen, für die das Gesetz den Menschen dienlich und sinnvoll zu sein hatte und mit dem Willen zum sinnvollen Kompromiss anzuwenden war. Meine Interpretation: Damit es friedlich zugehe in der Welt.
Aber das Judentum predigte doch sehr wohl die Unterwerfung unter Gottes Gebote!
Und damit komme ich nochmal zurück zum Thema: Wofür hat sich Jesus mit seinem Leben eingesetzt. Man kann das am besten ablesen am Konflikt zwischen ihm und Petrus auf die Frage, was die Jünger denken, dass er sei. Nach Mk 8, 29 antwortet Petrus: "Du bist der Christus". Was Petrus da meinte, war der Messias nach der Vorstellung des kämperischen Elia, der einen mächtigen Heerführer erwartete.
Jesus verkündet aber einen ganz anderen Messias, nämlich einen, der im Sinne der Gottesknechtslieder des Jesaja das Friedensreich errichtet, dafür aber leiden und sterben muss Mk. 8, 31+32. Folglich weist er Petrus brüsk, ja feindselig zurück im Vers 33: Geh weg von mir Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sonderen was menschlich ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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