13-08-2012, 10:18
(13-08-2012, 09:59)Ekkard schrieb: Interessant ist, dass aus der Idee der Schöpfung tatsächlich logisch folgt, dass man Gott danken und die Mitwesen "lieben" (also achtsam mit ihnen umgehen) soll. Aber dazu bedarf es zweier Standpunkte, die man haben kann oder nicht, die also selbst nicht Gegenstand der Logik sind:
1. Gott ist der Urgrund des Seins.
2. ER hat die Umwelt und den Menschen geschaffen.
Wer diese Standpunkte nicht teilt, wird zwar die vorstehende Logik verstehen, diese beiden Standpunkte aber nicht bzw. nicht unbedingt akzeptieren. Menschen können allerdings auf anderen Wegen zu denselben Verhaltensweisen kommen.
Hm, also selbst, wenn ich die Grundvoraussetzungen theoretisch mal akzeptiere, folgt für mich dennoch nicht logisch das Gefühl der Dankbarkeit und das der Liebe oder die Haltung der Achtsamkeit daraus. Sind sie nicht vielmehr moralische Forderungen (man muss) bzw. Möglichkeiten ethischen Handelns (man sollte)?
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)

