Gerhard schrieb:...Aber ich denke schon, das eine Kirche reinen Wein einschenken sollte und die Menschen nicht im unklaren lassen sollte.Da stimme ich dir zu, lieber Gerhard,
Gruß Gerhard
und habe mich mal bei Google um Texte der Gruppe HUK (Homosexuelle und Kirche) bemüht.
So einfach wie es sich dogmatische Fundamentalisten wie Yentl & Co. machen,
macht man es sich in den Kirchen nicht.
Es ist geradezu zynisch,
mit welchem richterlichen Hochmut und naiver Arroganz sich diese Fundis auf Menschen mit anderen Lebensformen stürzen,
ohne danach zu fragen, ob diese Menschen etwas dafür können oder nicht.
Wenn das eine christliche Haltung ist, dann "Gute Nacht!"
Wenn der Hinweis auf Bibelstellen im AT oder NT genügt,
dann müssten wir uns alle beschneiden lassen und die Sklaverei wieder einführen oder die Hasen als Wiederkäuer betrachten.
Zur katholischen Haltung
habe ich oben bereits zwei interessante Texte eingesetzt, die den Fundis widersprechen.
Einigkeit werden wir in den Kirchen nicht erreichen,
weil es immer die Kontroverse zwischen Konservativen und Kritisch-Progressiven oder Reformfreudigen geben wird.
Hier eine weitere kirchliche Stellungnahme aus meiner evangelischen Kirche:
Beschluß der Synode der Nordelbischen Kirche zu Lebensformen
(Ganzer Text:
http://www.huk.org/texte/nordelbien2000.htm)
"8. Homosexualität
Die jahrhundertelange Verdammung weiblicher und männlicher Homosexualität durch Theologie und Praxis der Kirche
hat zur Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung homosexueller Frauen und Männer entscheidend beigetragen.
Die Synode erkennt dies als Schuld.
Sie bittet Gott und die betroffenen Menschen um Vergebung.
Sie sieht sich in der Verpflichtung, auch gegenwärtiger Diskriminierung und Verachtung
von homosexuellen Frauen und Männern öffentlich zu widersprechen und jeder Gewalt entgegenzutreten.
Da homosexuelle Praxis in einigen Bibelstellen pauschal als Sünde verurteilt wird,
ist es für etliche Christinnen und Christen schwierig, eine eigenwertige homosexuelle Lebensform zu respektieren.
Diese Bibelstellen stehen jedoch in einem zeitbedingten Kontext
und müssen aus der Mitte der Schrift,
der befreienden Botschaft Christi von der Liebe Gottes zu allen Menschen, interpretiert werden.
Es ist entscheidend anzuerkennen, daß homosexuelle Orientierung zur Individualität und Identität zahlreicher Menschen unablösbar hinzugehört. Daher muß eine entsprechende Lebensgestaltung möglich sein."
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


