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Analytisches Denken könnte Menschen atheistisch machen
#17
(01-05-2012, 22:22)deja-vu schrieb: Mitgeteilte Erfahrungen haben aber m.E. nichts mit Wissen und auch nichts mit Gewissheit gemein sondern nur mit Glauben, der Mitteilende mag Gewissheit haben über das was er aussagt, derjenige dem mitgeteilt wird kann an das Mitgeteilte zunächst allenfalls glauben; und ja, dann natürlich prüfen.
Nun ja, zumindest habe ich es so gemeint. Nur ist dieser Glaube nicht zu verwechseln mit der Annahme religiöser oder weltanschaulicher Konventionen. Bei "mitgeteilter Erfahrung" geht es nur um das Vertrauen in den Mitteilenden.

(01-05-2012, 22:22)deja-vu schrieb: Bsp.: Dass der Mond eine "Kugel" und keine Scheibe ist, glaube ich zu wissen; überprüft habe ich das noch nicht.
Beispiele aus der Astronomie können, was die Prüfbarkeit angeht "haarig" werden. Deswegen gilt naturwissenschaftliches Wissen auch immer nur vorläufig. Gleichwohl ist dieses Wissen prüffähig z. B. bei "Mond = kugelförmig" durch Abstandsmessung verschiedener Oberflächenpunkte. Dazu gibt es, wie in allen naturwissenschaftlichen Fällen einen Wissenspool, den man nicht ständig überprüfen muss.

Es ist daher nicht einfach nur Glaube, dass im Beispiel der Mond nahezu kugelförmig ist. Das mag dir grundsätzlich wie Glaube vorkommen, ist aber deutlich zu unterscheiden von Gewissheiten religiösen Glaubens, der aus der willkürlichen Annahme von (geistlichen) Konventionen besteht.

(01-05-2012, 22:22)deja-vu schrieb: ... ich tendiere dazu, der subjektiven Erfahrung mehr Gewicht zu geben als der vermeintlich objektiven, zumal ich bei der objektiven oft nicht mal in der Lage bin das vermeintliche Wissen überhaupt zu prüfen... ich müsste tatsächlich meist der Prüfung anderer Glauben schenken, also an das "objektive Wissen" glauben.
Dann will ich die Unterscheidung anders formulieren: Kennzeichen "objektiven Wissens" ist die empirische Prüfbarkeit; d. h. die Natur entscheidet, ob eine beschreibende These zutrifft oder nicht.

Ich will nicht bestreiten, dass subjektive Erfahrung für das Subjekt mehr Gewicht hat, als der Wissenspool. Die "Objektivität" besteht aber gerade darin, die Willkür durch ein Messergebnis zu ersetzen. Und das ist bei religiösen Erfahrungen (und in der Folge Gewissheiten) bewusst anders herum: "Glaubensgewissheit" beruht auf einem Willensakt von Menschen. Ob das jeweilige Individuum diesen selbst vollzieht oder nur mitläuft, ist belanglos.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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RE: Analytisches Denken könnte Menschen atheistisch machen - von Ekkard - 01-05-2012, 23:51

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