11-02-2005, 20:51
Hi Ogas,
Erzähle ich meine Werdensgeschichte im Glauben, so fange ich vielleicht so an: Am Anfang herrsche Chaos, es war Krieg, vom Himmel fielen Bomben und explodierten krachend in den Häusern neben uns. Als wir ins Freie traten, rieselten verkohlte oder noch glimmende Papierfetzen. Doch mit der Zeit lichtete sich das Chaos. Am ersten Tag danach war etwas Schnee gefallen. Wir, meine Mutter, meine Schwester und ich sind in den nahen Park gegangen und haben einen Schneemann gebaut. Am Tag danach hieß es: Der Hitler hat sich in die Luft gesprengt - der Krieg ist vorbei. Gott hat uns vor anderen der damaligen Zeit vor Schlimmerem bewahrt. Na, und so weiter ...
Würdest Du die Sache historisch betrachten, könntest Du eine Reihe von (historischen) Unstimmigkeiten feststellen. Gleichwohl liefert diese Geschichte meinen Anfang im Glauben.
Jetzt zu Beispielen, was an der Genesis "nicht stimmt":
Am dritten Tag macht Gott Sonne und Mond. Am vierten Tag die Sterne.
Wir können das Werden von Sternen beobachten und das Werden von Planeten und Monden. Das dauert nicht Tage, nicht Jahre, nicht Jahrtausende und eine Million Jahre reicht auch nicht. Wieso sprach ich von beobachten: Nun, das liegt an den Millionen von Sternen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die sich alle zwar nicht sichtbar ändern, aber wenn man jedem astronomischen Objekt seine Eigenzeit zuordnet, dann ergibt sich eine Art Zeitrafferfilm der Sternen- und Planetenentstehung - auch jetzt im Augenblich entstehen irgendwo aus riesigen, dünnen Gaswolken massive junge, bläulich leuchtende Sterne. Der "vierte Tag" Gottes ist offensichtlich noch im Gange; der dritte bereits abgeschlossen!
Ähnlich kann man Fossilien "beobachten". Gott hat die Tiere am fünften Tag gemacht - wohlgemerkt, Tiere, die uns bekannt sind. Aber was war mit den Trilobiten des Jura. Wir wissen aus direkter Beobachtung, wie Sedimente entstehen und wie Skelette dorthin gelangen - gaaanz laangsaam! Es ist eine simple Rechnung, um abzuschätzen, wieviele Hunderttausend oder gar Millionen Jahre eine Epoche der Erdgeschichte dauert. Auf ein paar Jahrtausende mehr oder weniger kommt es dabei nicht an.
Also sind die Tiere nicht an einem Tag gemacht worden, sondern aus Vorläufern (z.B. kennen wir die Entstehung bei Pferden recht genau, beim Menschen in groben Zügen) - es sei denn, man beginnt Gottes Tage als erd- oder vielleicht kultur-geschichtliche Epochen umzuinterpretieren. Aber gerade das willst du ja nicht.
Dann wirst du bei wörtlicher Interpretation mit eklatanten Widersprüchen leben müssen, die mir persönlich den Glauben austreiben müssten, wüsste ich nicht um den tiefen Bekenntniswert und den Symbolgehalt von Schilderungen dieser Art.
Ogas schrieb:Was soll an den ersten zwei Kapitel der GENESIS nicht stimmen?... kommt immer darauf an, was du oder man unter "nicht stimmen" versteh(s)t. Und es kommt darauf an, jene Wahrheit zu verstehen, von der uns eine symbolhafte Überlieferung erzählt, oder ob man die geschilderten Sachverhalte "wörtlich" nehmen will - noch dazu in Übertragungen in unsere Sprache - .
Erzähle ich meine Werdensgeschichte im Glauben, so fange ich vielleicht so an: Am Anfang herrsche Chaos, es war Krieg, vom Himmel fielen Bomben und explodierten krachend in den Häusern neben uns. Als wir ins Freie traten, rieselten verkohlte oder noch glimmende Papierfetzen. Doch mit der Zeit lichtete sich das Chaos. Am ersten Tag danach war etwas Schnee gefallen. Wir, meine Mutter, meine Schwester und ich sind in den nahen Park gegangen und haben einen Schneemann gebaut. Am Tag danach hieß es: Der Hitler hat sich in die Luft gesprengt - der Krieg ist vorbei. Gott hat uns vor anderen der damaligen Zeit vor Schlimmerem bewahrt. Na, und so weiter ...
Würdest Du die Sache historisch betrachten, könntest Du eine Reihe von (historischen) Unstimmigkeiten feststellen. Gleichwohl liefert diese Geschichte meinen Anfang im Glauben.
Jetzt zu Beispielen, was an der Genesis "nicht stimmt":
Am dritten Tag macht Gott Sonne und Mond. Am vierten Tag die Sterne.
Wir können das Werden von Sternen beobachten und das Werden von Planeten und Monden. Das dauert nicht Tage, nicht Jahre, nicht Jahrtausende und eine Million Jahre reicht auch nicht. Wieso sprach ich von beobachten: Nun, das liegt an den Millionen von Sternen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die sich alle zwar nicht sichtbar ändern, aber wenn man jedem astronomischen Objekt seine Eigenzeit zuordnet, dann ergibt sich eine Art Zeitrafferfilm der Sternen- und Planetenentstehung - auch jetzt im Augenblich entstehen irgendwo aus riesigen, dünnen Gaswolken massive junge, bläulich leuchtende Sterne. Der "vierte Tag" Gottes ist offensichtlich noch im Gange; der dritte bereits abgeschlossen!
Ähnlich kann man Fossilien "beobachten". Gott hat die Tiere am fünften Tag gemacht - wohlgemerkt, Tiere, die uns bekannt sind. Aber was war mit den Trilobiten des Jura. Wir wissen aus direkter Beobachtung, wie Sedimente entstehen und wie Skelette dorthin gelangen - gaaanz laangsaam! Es ist eine simple Rechnung, um abzuschätzen, wieviele Hunderttausend oder gar Millionen Jahre eine Epoche der Erdgeschichte dauert. Auf ein paar Jahrtausende mehr oder weniger kommt es dabei nicht an.
Also sind die Tiere nicht an einem Tag gemacht worden, sondern aus Vorläufern (z.B. kennen wir die Entstehung bei Pferden recht genau, beim Menschen in groben Zügen) - es sei denn, man beginnt Gottes Tage als erd- oder vielleicht kultur-geschichtliche Epochen umzuinterpretieren. Aber gerade das willst du ja nicht.
Dann wirst du bei wörtlicher Interpretation mit eklatanten Widersprüchen leben müssen, die mir persönlich den Glauben austreiben müssten, wüsste ich nicht um den tiefen Bekenntniswert und den Symbolgehalt von Schilderungen dieser Art.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

