(04-02-2012, 19:46)Mustafa schrieb: Wie bitte ?Verstehe ich nicht. Irgendwie reden wir hier wohl aneinander vorbei...
Du hast doch vorweggenommen, dass es dir nicht um komplexe Erklärungen geht.
Was bleibt da noch übrig als naiver Glaube und wörtliches Für-Wahr-Halten der Mythen ?
Ich fand den Vorwurf, dass der Glaube an eine Reinkarnation "kindlich-naiv" sei, schlicht zynisch.
Den Begriff "komplexer Erklärungen" hatte ich so nicht gebraucht - würde ich mich jedenfalls von distanzieren wollen, falls doch.
Die Ideen einer "Reinkarnation" oder eines "ewigen Lebens nach dem Tod" sind für sich genommen sicherlich einfach, aber nicht naiv, und ein Grundelement jeglichen religiösen Strebens, wie ich finde. Inwieweit das nun jeder für sich persönlich weiter ausführt, welche Quellen er heranzieht, wie wörtlich er sie auslegt etc., sind für mich eher sekundäre Aspekte. Das sind für mich Fragen der Religionspraxis und religiösen Lebensführung.
"Das Kapital" von Marx könnte man auch wörtlich auslegen, oder lediglich eine Denkweise oder Idee hinter seinen Betrachtungen suchen. Wie weit man hier noch moralische oder ethische Konsequenzen ableitet, z.B. keine überteuerten in der 3. Welt hergestellten Markenschuhe mehr kauft, ist wieder eine andere Frage. Es genügt schon das Bekenntnis zu einer ähnlich formulierten Idee ("irgendwie gegen Kapitalismus und so") um sich als "irgendwie links" zu bezeichnen.
Für "Religiösität" genügt demnach und meines Erachtens bereits das Bekenntnis zu gewissen Kernthesen (Seele, Reinkarnation usf.) und ist auch ein wichtiger Punkt, um sich explizit und dezidiert gegenüber dem Humanismus oder der Esoterik abzugrenzen.

