28-01-2012, 18:27
Religion an sich als Universalie:
So, wie ich deine Antwort auffasse, sind wir uns wohl einig, dass wir mit einer Universalie namens Religion (noch dazu an sich) an die Grenzen des Religionsverständnisses stoßen.
Ich denke, dass die Religionslehren und ihre Verkünder selbst weitgehend Universalisten sind, und somit Erklärungsversuche abliefern oder provozieren, wo nur ein historischer Kontext vorliegt. (Der kann sich im Übrigen, schwierige gesellschaftliche Verhältnisse voraus gesetzt, jederzeit wieder einstellen; Beispiel: Ausländerklatschen.)
So, wie ich deine Antwort auffasse, sind wir uns wohl einig, dass wir mit einer Universalie namens Religion (noch dazu an sich) an die Grenzen des Religionsverständnisses stoßen.
(27-01-2012, 22:09)petronius schrieb: und genau deshalb dürfte es ja auch nicht möglich sein, irgendwelche religionsinhalte "an sich" zu proklamieren, ohne irgendwo auf religiösen widerspruch zu stoßen. am besten also definiert man erst gar nicht, was denn die "religion an sich" konkret sein sollDas sehe ich genauso. Im Grunde bleibt als vernünftige Alternative nur der naturalistische Ansatz (ein Lehre mit einer konkreten gesellschaftlichen "Ausformung" - mehr nicht. Ich fürchte nur, dass diese Ansicht so allgemein von meinen Glaubensgeschwistern nicht geteilt wird.
(27-01-2012, 22:09)petronius schrieb: was als kern der religion bzw. als die religion "an sich" aufgefaßt wird, ist zeitgebunden bzw. an einen soziopolitischen kontext gebunden. ...Einverstanden.
(27-01-2012, 22:09)petronius schrieb: kann der "Universalist" denn auch irgendwie beschreiben,was konkret er unter diesem "a priori Existenten und Verbindlich anerkanntem" versteht?Doch schon. "Gott, der Liebende" enthält solch eine "ewige Wahrheit", oder dass Jesus zur Rechten Gottes sitze und richte über Lebende und Tote. Oder der Inhalt von Gleichnissen z. B. vom verlorenen Sohn oder der Speisung der 4000. I. d. R. wird dabei gerne übersehen, dass den "Wahrheiten" darin eine zeitgebundene Sichtweise unterlegt wird.
(27-01-2012, 22:09)petronius schrieb:Alle jene Leute, die sich die Frage vorlegen, was an der Religionslehre oder an der Gemeindeorganisation in jene Abgründe der Geschichte geführt haben. Da gibt es ja auch kirchenintern Überlegungen.(27-01-2012, 13:21)Ekkard schrieb: Dem Universalisten kann man entgegen halten: Sieh', was deine Religion im Laufe der Geschichte angerichtet hat. Das ist Folge von Religion - insbesondere der "Religion an sich"!nun, wer ist "man"?
(27-01-2012, 22:09)petronius schrieb: "religion" würde ich da als den geistigen überbau (in seinem aktuellen verständnis) dieser konkreten handlungen sehenGewiss! Aber das beinhaltet doch einen überzeitlichen Ansatz, so als gebe es Aussagen, die "grundsätzlich" (also jenseits von Zeit und Gesellschaft) erklären könnten, warum eine Religionsgemeinschaft aufgrund ihrer Lehren aus heutiger Sicht entgleist.
Ich denke, dass die Religionslehren und ihre Verkünder selbst weitgehend Universalisten sind, und somit Erklärungsversuche abliefern oder provozieren, wo nur ein historischer Kontext vorliegt. (Der kann sich im Übrigen, schwierige gesellschaftliche Verhältnisse voraus gesetzt, jederzeit wieder einstellen; Beispiel: Ausländerklatschen.)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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