11-08-2011, 02:12
(10-08-2011, 21:05)Ekkard schrieb: Entweder, wir belassen es bei dem üblichen Kuddelmuddel in den Köpfen. Dann erübrigt sich jede Diskussion bzw. dann ist es richtig, dass sich die (Mischung aus Wissenschaft und) Kreationismus mit der (Mischung aus weltanschaulichen Prämissen und) Evolutionslehre einander massiv in die Quere kommen - und sich folglich ausschließen.
Oder wir versuchen Ordnung in die Gedankenwelten zu bringen und die Kategorien der wissenschaftlichen Beschreibungen und der weltanschaulichen Deutungsgerüste sauber auseinander zu halten.
Das eben sehe ich auch so. Wir können es bei dem Kuddelmuddel lassen, und man darf weiter aneinander vorbeiargumentieren.
Man kann sich aber auch klar machen, was man unter "Wissenschaft" versteht. Wenn wir da verschiedener Meinung sind und wir den Wissenschaftsbegriff der Kreationisten mit unseren vermengen, dann ist Ende jeglicher vernünftigen Diskussion.
Ich habe mich auf den Wissenschaftsbegriff der heutigen Wissenschaft bezogen. Von dieser Basis aus ist Kreationismus eine Weltanschauung, und als solche kann sie nicht als Konkurrenz zu einer wissenschaftlichen Theorie stehen.
Wenn der Kreationismus einen anderen Wissenschaftsbegriff entwickelt, dann würde ich empfehlen, dafür zwei verschiedene Wörter zu wählen. In Berlin sagt man "Pfannkuchen" zu Dingern, die andernorts als "Berliner Ballen" bezeichnet werden, und andernorts sind "Pfannkuchen" das, was Berliner mit "Eierkuchen" benennen.
Will man also sicher sein, das man kriegt, was man bestellt hat, sollte man sich über Bezeichnungen einigen und nachgucken, ob Wissenschaft drin ist, wenn Wissenschaft drauf steht.
Man lässt sich, wie es aussieht, zu leicht bluffen von Worten und meint, auch "Pseudowissenschaft" sei eine Form der Wissenschaft und befinde sich in der gleichen Kategorie wie Wissenschaft.
