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Ist der Name Ostermann jüdisch?
#16
Schalom Icon_lol
Schau mal auf das Datum:
@ "Heinrich Johann (russ. Andrej Ivanovisch) Graf Ostermann (1686-1747)"

Wenn es einen solchen Grafen gab, war das mit Sicherheit ein Balten-Deutscher in Zaren-Dienst, vermutlich lutheranisch. Kann sein, dass (wie jemand hier erwaehnte) urspruenglich jemand "aus dem Osten" einer Herrschafts-Domaine war, etwa ein Burgmanne im Westfalen-Bereich, hier im West-Nuensterland heisst ein Wigbold "Osterwick" (Wig /Wiek ist eine Niederlassung mit Handwerk und etwas Handel, als freier Ort auf irgendwessen Laenderei zur Verarbeitung oertlicher Produkte z.B. fuer die Hanse, den Zusatz liesse man fuer Namen von Personen eher weg, ), patrizischer oder klein-adliger Burgmanne war man in erblichem Amt, konnte in der Kolonisation des Ostsee-Raums hoch aufsteigen, war aber garantiert kein Jude. Die juedische Rechts-Stellung war zwischen 1098 und 1806 nicht hoch genug fuer solche Burgmanns-Aemter
Sogenannte Hof-Juden zim Dienst eines solchen Adligen nannte man nach 1806 ("Feste Familien-Namens"-Verordnung unter Napoleon) hatte man vorher schon inoffiziell nach ihrem "Schutz"-Herrn-Besitzer benannt, vermutlich gab es die juedischen Ostermanns seit dieser Zeit im russisch-polnischen Bereich (inclusive Baltikum). Hier im Westen liessen es einige Kleinstaaten nicht zu. 

Auf Hebraeisch waere "Oster" zu schreiben wie: "Esther", und Esthers Fest Purim ist 1 Monat vor Pessach.  Das kann "verrutscht" sein, als die Christen sich fuer diese Bezeichnung des Auferstehungs-Sonntags entschieden.
Es kommt naemlich vor, dass Juden erst bei Purim sind, wenn Christen schon Ostern haben, weil der Stichtag fuer Pessach ist der Vollmond ab Fruehjahrs-Anfang (fast egal, auf welchen Wochentag der Seder-Abend, der Pessach-Start, fiele), bei Christen immer der Sonntag nach dem Fruehjahrs-Vollmond (Orthodoxe Christen gingen weiter nach Caesars Julianischem Kalender, d.h. die berechnen alles um 11 Tage verschoben)  

Uebrigens ist aktuell ein Ostermann katholischer Weih-Bischof von Muenster.  Also es kann den Namen in allen "Fakultaeten" geben *g*

@"Meichen 1823"
- ich kenne eine Ort in Ober-Hessen namens "Meiches", und einen Ort "Dreieichen" bei Frankfurt, Eichen als besonders langlebige Frei-Baeume kommen relativ oft fuer Orts-Namen vor, so aehnlich auch Linden.  
- der Name "Meichen-Baum" kann sich auf "Eichenbaum" beziehen, man hoert mitunter ein (nicht mitgemeintes)  M oder S vor Anlaut-Vokalen, manchmal war der Beamte damals etwas hastig, und man wollte es auch zuegig erbringen, weil es so verordnet worden war (und haette es nicht ohne Zu-Geld einer Extra-Gebuehr korrigiert) 
- oder eine Familie mit vielen Soehnen wollte sich teilen, aber fuer Geschaefts-Verbindungen noch erkennbar sein und teilte diesen Familien-Zweig ab.  Das waere eine juedisch denkbare Idee z.B.fuer eine juedische Holz-Haendler-Familie zum Datum 1823, da boomte der Handel mit Eichen (von weit her gefloesst) wegen Schiffs-und-Staedte-Bau, und das M haette auf dieses Sohns Vornamens-Initiale (Morche-Markus, Moische-Max) verwiesen (hab ich noch nicht ausgetestet, ob es parallel dazu Namen wie "K-eichen, S-eichen, H-eichen, R-eichen" etc gaebe).  
 
- (wenn man einen "Maien"-Baum sucht, das ist klassischerweise die Birke (man bricht sich einen "Maien" und bringt ihn (in Groessenordnung vom Zweig bis zur kompletten Jung-Birke der Erkorenen ("Jungfern-Baum", weil sie im Fruehling so leicht und hell huebsch winken, wenn die Burschen zur Saison-Arbeit zogen) - als Einladung zum Maien-Tanz). ein "Maien", in Jaeger-Sprache "Bruch" ist (je nach Region) auch mal ein kleiner Zweig irgend-eines Wald-Baums, denn man beim Einbringen der Beute Hirsch dem Tier ins Maul steckt (als fresse es noch, besonders der Platz-Hirsch wird so geehrt) oder ein Rosmarin- oder Myrthen-Zweiglein im Knopfloch eines Braeutigams 
- die Verkleinerungs-Form "Mai_chen / Mei_chen" macht dabei  keinen Sinn
- Wenn, dann kaemen Ostpreussen infrage, die haengten an alles Moegliche ein "_chen" dran, sagten z.B. zum Anzeigen, sich zu irgend etwas entschlossen zu haben ("genug geredet - tun wir mal wieder was"), geruhsam  "Na sooo_chen", wo der Schwabe wohl gesagt haette "sooo-de-le", und wenn das eine persoenliche Marotte in doerflicher Umgebung (wo Namen zum Haus oder Bauern-Hof sich unter Umstaenden lange tradierten, ohne dass je einer so hiess) zur Zeit der Namens-Verordnung gewesen waere, hatte sich eventuell jemand mit diesem Hof-oder Haus-Spitznamen, den er (ungeachtet der jeweiligen Besitzer) im Dorf schon innehatte, eintragen lassen koennen, nur um der Verordnung genuege zu tun, es haette sie alltags zunaechst nicht interessiert, aber man musste es nach der Abloesung der Natural-Zehnten durch Geld-Wirtschaft zwangslaeufig beibehalten (das geschah etwa gleichzeitig zum Beginn des 19. Jahrhunderts).  

- ich hoffe, das bringtt noch etwas Denk-Material in deine Ahnen-Recherche, und passt grad zur Saison. Frohe Ostern bzw Hag Ssameahh schel Pessach Icon_lol dies Jahr liegt es ja mal wieder dichte beisammen. 
Schalom
mfG WiT
(/*-*\) WiTaimre
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