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moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Druckversion +- Religionsforum (Forum Religion) (https://religionsforum.de) +-- Forum: Allgemeines (https://religionsforum.de/forumdisplay.php?fid=25) +--- Forum: Religionsübergreifendes und Interreligiöses (https://religionsforum.de/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen (/showthread.php?tid=9490) |
RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Ulan - 14-03-2020 Deine Ausfuehrungen zu den wissenschaftlichen Kenntnissen des Origenes sind hier vollkommen ohne Belang. Ob alle seine Ansichten nun Hand und Fuss hatten (die hatten sie natuerlich nicht), ist auch egal. Fuer seine Zeit und vor allem als Kirchenmitglied war er ausgesprochen gebildet, und der Grund, warum er nie exkommuniziert wurde und auch heute noch kirchlicherseits geschaetzt wird, liegt an seinen ausserordentlichen Verdiensten fuer die Kirche, an die nur wenige andere Figuren des fruehen Christentums heranreichen. Im Prinzip ist er Teil des formativen Hauptstrangs der alten Kirche. Seine Widersacher in der Kirche waren z.B. die vollkommen ungebildeten Moenche Aegyptens, die er gegen sich aufbrachte, weil er ihnen sagte, dass Gott kein normaler, koerperlicher Mann mit aussergewoehnlichen Faehigkeiten, also so etwas wie ein typischer griechischer Gott, ist, sondern etwas viel Groesseres. Das nahmen sie ihm uebel. (14-03-2020, 21:25)Sinai schrieb: Eigentlich wissen wir zu wenig über ihn und seine Lehren, um ihn beurteilen zu können Ich habe einen sehr langen Text aus seinem Kommentar zum Johannes-Evangelium verlinkt, von dem ausgehend man sich ein sehr gutes Bild seiner Lehren machen kann. Was er da sagt, ist groesstenteils intelligent und spricht dafuer, dass er sich in den Texten auskannte. Er hat dieselben Widersprueche in den Evangelien und auch Texten des AT gefunden, die Generationen von Menschen in der Neuzeit wieder entdeckt haben, als endlich mal wieder jemand die Bibel las. Damit allein steht er schon haushoch ueber den normalen christlichen Wuerdentraegern seiner Zeit. angst vor emtmythologisierung - edi - 17-03-2020 (09-03-2020, 22:09)eddyman schrieb: Das hilft alles in praktischer Hinsicht nicht weiter. Entscheidend für einen religiösen Menschen ist die Christus-Qualität. Ganz gravierend und offensichtlich ist zB, dass Er sich nicht durch äußerliche Umstände hat korrumpieren lassen (weil drüben grad das 10 Gebote-Thema läuft)... Es sind diese Eigenschaften, die einen Jesus Christus bedeutend machen, und nicht historische Quellen.so einfach ist ist die sache doch nicht! 1 Kor 15,17 paulus: "Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden;" . wie bereits geschrieben, haben vor allem protestantische kirchengeschichtler die bibel entmythologisiert, und das macht vielen christen angst. das festhalten am überlieferten bekenntnis ist für die frommen ein "zeichen der treue". andere sehen das als ein zeichen der unbelehrbarkeit. deshalb gründeten sie 1966 als gegengewicht gegen eine fortschreitende entmythologisierung durch protestantische theologen die bekenntnisbewegung "kein anderes christentum." zwar ist die amtskirche von der notwendigkeit wissenschaftlicher forschung überzeugt, distanziert sich aber nicht eindeutig von deren kritikern. das hat meiner meinung nach historische gründe. (3. reich) seither existieren aufgeklärte theologen und evangelikale nebeneinander und vermeiden jede grundsatzdiskussion. RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Sinai - 17-03-2020 (17-03-2020, 20:17)edi schrieb:(09-03-2020, 22:09)eddyman schrieb: Das hilft alles in praktischer Hinsicht nicht weiter. Entscheidend für einen religiösen Menschen ist die Christus-Qualität. Ganz gravierend und offensichtlich ist zB, dass Er sich nicht durch äußerliche Umstände hat korrumpieren lassen (weil drüben grad das 10 Gebote-Thema läuft)... Es sind diese Eigenschaften, die einen Jesus Christus bedeutend machen, und nicht historische Quellen.so einfach ist ist die sache doch nicht! Dieser Satz sollte allen sogenannten "Modernisten" , die in Wahrheit vom Glauben Abgefallene sind, zu Denken geben. Sie sind nicht modern, sondern uraltmodisch - sie sind vorchristlich wie vor 2100 Jahren Der Satz von Paulus ist für sie nicht einmal existent, denn diese Menschen glauben ja nicht einmal an das, was Paulus schrieb - und sagen höhnisch, dass das eine nachträgliche Fälschung sei. Damit disqualifizieren sie sich als Nichtchristen - und jede Diskussion mit ihnen ist Käse Man muß sie wie Ungläubige behandeln, die es zu missionieren gilt ! Eine Diskussion auf Augenhöhe ist unsinnig, da unaufrichtig, denn es ist kein Gespräch von Christ zu Christ RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Ulan - 17-03-2020 (17-03-2020, 22:23)Sinai schrieb: Damit disqualifizieren sie sich als Nichtchristen - und jede Diskussion mit ihnen ist Käse Da spricht purer Fanatismus aus Dir. Hier sieht man, warum Glaube in einigen Auspraegungen so gefaehrlich ist. Der Vergleich mit "Ungelaeubigen, die es zu missionieren gilt' ist dabei sowieso abwegig, da Du es ja mit Leuten zu tun hast, die sich lange und ausgiebig mit dem Glauben auseinandergesetzt haben. RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Sinai - 17-03-2020 Sogar Priester und Theologen fallen vom Glauben ab - selbst die 12 Apostel waren davor nicht gefeit ! Man denke an die Apostel Judas, Petrus (er verleugnete Jesus drei Mal) und den ungläubigen Thomas Alle hatten sich "lange und ausgiebig mit dem Glauben auseinandergesetzt" und sogar Jesus persönlich gekannt RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Ulan - 17-03-2020 Das tangiert meine Antwort nicht im geringsten. RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Geobacter - 18-03-2020 (17-03-2020, 23:33)Ulan schrieb: Das tangiert meine Antwort nicht im geringsten.Und meine Lynch-Drüsen brauchen jetzt auch den Notarzt. RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - edi - 18-03-2020 (17-03-2020, 23:27)Sinai schrieb: Sogar Priester und Theologen fallen vom Glauben ab - selbst die 12 Apostel waren davor nicht gefeit !ausnahmsweise stimme ich mit dieser meinung überein. so schrieb der der philosoph und extheologe joachim kahl. "zum atheisten wurde ich durch das studium der theologie." ich bin ebenso überzeugt, dass es in der katholischen kirche etliche theologen gibt, die in wahrheit atheisten sind, aber sie wollen ihren gutbzahlten job behalten, sonst geht es ihnen wie den ehemaligen dekan der wiener theologischen universität hubertus mynarek , der von der katholischen kirche bis auf das existenzminimum gepfändet wurde. ich lese gerne die schriften von kritischen theologen wie küng, weil in der verästelung der jeweiligien dogmatik, kennen sich nur hochgebildete oder ehemaliger anhänger dieser doktrin wirklich gut aus. heute herrscht ein grosses schweigen der kirche über ihre lehre im lichte heutiger wissenschaftlicher erkenntnisse. statt dessen wird geschwätzt. denn viele der einst wohlbegründete aussagen sind heute zum geschwätz verkommen.. . wenn der ekd ratsvorsitzende nikolaus schneider meint: "wir machen unsere rede von gott kompatibel mit dem naturwissenschaftlichen denken, denn wir verkleinern gott, machen ihn mit unserem weltbild konform, wenn wir ihn nach unserem weltbild begrenzen und wir vergöttern gleichzeitig den menschlichen geist und die naturwissenschaft," so schneider. diese aussage bestätigt jene kritiker, die die meinung vertreten, der protestantismus wird in deutschland immer konservativer, denn natürlich widersprechen die progressiven protestanten, sie sagen, wir vergötzen nicht den menschlichen geist sondern wir benutzen ihn und die naturwissenschaft zur welterkenntnis. RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Sinai - 19-03-2020 (18-03-2020, 23:35)edi schrieb: . . . etliche theologen gibt, die in wahrheit atheisten sind, aber sie wollen ihren gutbzahlten job behalten . . . So ungefähr habe ich das gemeint. Aber es geht nicht nur um Bezahlung, sondern um den Platz am "Rednerpult". Wenn ein Theologe zum Atheisten wird, dann wäre er dumm, diese innere Wandlung öffentlich zu gestehen. Er wird weiterhin seine Position nutzen, um in der Maske des Theologen den Glauben zu unterminieren Er wird zum "Wolf" im Schafspelz Das geht schon viele Jahrhunderte so - und die Bibel schreibt darüber und warnt davor RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Ulan - 19-03-2020 Dass die Bibel vorm Denken warnt, weil man dann die Irrtuemer dieser Bibel erkennt, ist natuerlich allgemein bekannt. Dass das eine intrinsisch selbstsuechtige Aussage ist, ist dabei klar; ein Schelm, wer Boeses dabei denkt. Man erkennt darin auch wunderbar, dass die Apostel selbst wussten, dass ihre Verkuendigungen auf wackeligen Fuessen standen. RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Sinai - 19-03-2020 (19-03-2020, 00:08)Ulan schrieb: Dass die Bibel vorm Denken warnt, weil man dann die Irrtuemer dieser Bibel erkennt, ist natuerlich allgemein bekannt. Äh - Sind wir hier ein "Religionsforum" oder ein "Atheistenforum" ? RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Ulan - 19-03-2020 (19-03-2020, 00:10)Sinai schrieb:(19-03-2020, 00:08)Ulan schrieb: Dass die Bibel vorm Denken warnt, weil man dann die Irrtuemer dieser Bibel erkennt, ist natuerlich allgemein bekannt. Die Antwort ist dieselbe, die Du schon zig mal bekommen hast: wir sind ein Religionsforum, kein Bibelkreis. Hier geht es darum, ueber Religionen und all ihre Aspekte zu diskutieren. Dazu gehoeren natuerlich auch die Selbstimmunisierungsversuche in ihren Schriften. RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Sinai - 19-03-2020 Bisher hast Du immer gesagt, die Bibel besser zu kennen als die alte katholische Kirche Aber nun stellst du die Bibel selbst in Frage - ein ganz neuer Kriegsschauplatz Jetzt kannst Du nicht mehr sagen, dass Du die Bibel verteidigst ! Willst Du wirklich diesen Schritt machen ? RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Ulan - 19-03-2020 (19-03-2020, 00:15)Sinai schrieb: Bisher hast Du immer gesagt, die Bibel besser zu kennen als die alte katholische Kirche Ein typischer Sinai. Wo habe ich Deine erste Aussage gemacht? Ich bitte um ein Zitat oder einen Widerruf. Der zweite Satz ist ein wenig kryptisch. Was war an meiner Aussage neu? Nichts; der Teil ist also schon mal falsch. Und was soll es denn jetzt genau heissen, dass ich die Bibel in Frage stelle? Was genau stelle ich in Frage? Edit zu Deinem Edit: Ich verteidige die Bibel dann, wenn irgendjemand unsinnige Behauptungen ueber sie macht. Dazu brauche ich weder Deine Erlaubnis noch die von jemand anderem. Wenn man etwas kritisiert, sollte man schon sorgfaeltig bei den Fakten bleiben. RE: moderne Bibelforschung vs. Neigung zum Herrschaftswissen - Sinai - 19-03-2020 (19-03-2020, 00:19)Ulan schrieb: . . . was soll es denn jetzt genau heissen, dass ich die Bibel in Frage stelle? Was genau stelle ich in Frage? Beitrag # 70 (19-03-2020, 00:08)Ulan schrieb: Dass die Bibel vorm Denken warnt, weil man dann die Irrtuemer dieser Bibel erkennt, ist natuerlich allgemein bekannt. |